Mediengewalt und Sucht

Shownotes

Kinder und Jugendliche verbringen immer mehr Zeit vor Bildschirmen – und das immer früher. Sie konsumieren dort Medien, sind in sogenannten sozialen Netzwerken unterwegs, deren Algorithmen darauf programmiert sind, sie vor dem Bildschirm zu halten. Sie spielen Spiele oder kommunizieren in Chatgruppen. Ein Teilaspekt dieser Entwicklung ist der frühzeitige Kontakt mit Formen von Gewalt, die in der realen Welt nicht erlebt werden. Angefangen beim sonntäglichen Mord in der ARD bis hin zum aktiven, jedoch virtuellen Ermorden des gegnerischen Teams in millionenfach verkauften Ego-Shootern werden Gewalt und Straftaten für junge Menschen zur Normalität. Die Gaming-Industrie ist ein Milliardengeschäft und lockt Kinder und Jugendliche mit Vorbildern, „Gemeinschaft”, Abenteuer, Aufstiegschancen und einem Raum der elterlich nicht überwachten Selbstbestimmung. Welche Folgen das für ihre Entwicklung und unsere Gesellschaft hat, bespreche ich mit dem psychologischen Psychotherapeuten und ersten Vorsitzenden des eingetragenen Vereins „Mediengewalt – Internationale Forschung und Beratung“, Thomas Haudel.

In dem Interview geht es jedoch nicht nur um die Effekte von gewalttätigen Videospielen, sondern auch um die mit dem Bildschirmkonsum verbundenen Suchtpotenziale und den Umgang mit dem Smartphone. Wann sollten Jugendliche ein Smartphone besitzen und wie können Eltern den Umgang mit dem mobilen Zugangsgerät zum Internet sinnvoll begleiten? Ab wann spricht man von einer Internetsucht und wie viele Kinder und Jugendliche sind in Deutschland davon betroffen? Wo und wie finden sie Hilfsangebote?

In einer Gesellschaft, die sich auf dem Weg zur vollständigen Durchdigitalisierung befindet, wirken die abschließenden Reflexionen des Gesprächs fast schon altertümlich. Kinder brauchen auf ihrer Suche nach Vorbildern und Identifikationsfiguren persönlichen Kontakt zu Menschen statt zu Influencern auf YouTube. Außerdem sind Erlebnisse, die alle Sinne involvieren, nicht durch Filme, Shorts und Gaming ersetzbar. Doch das ist ein Knackpunkt. Für das echte Leben braucht es ein Umfeld, also Eltern, Großeltern, Onkel, Tanten und Freunde, die sich Zeit für junge Menschen nehmen und sie ins Leben begleiten, statt sie vor dem Bildschirm zu „parken”. In einer sich stetig beschleunigenden Welt ist diese «Beziehungszeit» ein hohes Gut, eine Art Schatz, den Eltern ihren Kindern vor allem in der Kindheit schenken können.

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© 2026 Bastian Barucker

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00:00:00: Ich gehe in Schulen und berate Eltern, wann überhaupt der richtige Zeitpunkt ist ein Handy zu kaufen.

00:00:05: Ein Smartphone mit Internetzugang.

00:00:07: Unsere Empfehlung ist das nicht vor dem dreizehn-, vierzehnten Lebensjahr zu tun an einem Grundschulalter möglichst gar nicht.

00:00:13: Viele wie dieser Spiele müssten tatsächlich verboten werden weil sie ja zeigen ja extreme Gewaltdarstellungen mit Handlungen die im realen Leben als Straftaten gelten Und deswegen besteht hier eine Jugendgefährdung aus unserer Sicht.

00:00:29: Es dürfte nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen gelangen, so

00:00:32: etwas.".

00:00:56: Und sind erster Vorsitzender des eingetragenen Vereins Mediengewalt, internationale Forschung und Beratung.

00:01:04: Das soll auch unser Thema sein, Mediengewalts.

00:01:07: Ein Wort, was ich zum Beispiel jetzt zum ersten Mal gehört habe als mich auf das Gespräch vorbereitet haben.

00:01:11: Ich kann mir etwas darunter vorstellen aber um zu klären, was es ist dafür würde ich heute mit Ihnen sprechen.

00:01:16: bevor wir jetzt sozusagen sofort einsteigen in Mediengewald was es is Würde ich denn gerne Sie noch fragen, wie kam es dazu, dass sie sich mit dem Thema Mediengewalt auseinandersetzen?

00:01:29: Ja.

00:01:30: Kann ich gern etwas dazu sagen... Das fing in den neunziger Jahren an.

00:01:33: Da ist mir das Buch «Das Verschwinden der Kindheit» von Neil Postman in die Hände gefallen.

00:01:38: Das habe ich sehr interessiert gelesen und fand alles nachvollziehbar richtig was der Autor da geschrieben hat.

00:01:45: Dann ging es vorrangig um das Fernsehen Und ich würde gerne zwei drei Sätze daraus zitieren die prägend sind für mich.

00:01:57: Seit Jahren haben Wissenschaftler immer wieder versucht herauszufinden, wie sich solches Wissen auf die Kinder auswirkt also das Wissen was über Fernsehen vermittelt wird.

00:02:05: und dabei lautete die Hauptfrage in welchen Maße regt die häufige Darstellung von Gewalt?

00:02:12: Die Kinder selbst der Gewalttätigkeit an.

00:02:15: Gewiss ist die Frage nicht belanglos doch sie lenkt von einer anderen wichtigen Frage ab In welchem Maße unterhüllt die Darstellung der Welt, so wie sie ist?

00:02:24: Den Glauben des Kindes an die Rationalität der Erwachsenen.

00:02:27: An die Möglichkeit einer vernünftigen Weltordnung und eine hoffnungsvolle

00:02:31: Zukunft.".

00:02:33: Und diese Frage beantwortet Herr Postman ja auch in dem Buch indem er sagt dass dieser Glaube geht den Kindern verloren wenn Sie die ganze Zeit sehen wie sich erwachsen Menschen Streiten gegenseitig umbringen, sich lächerlich machen und Streits keine Lösungen finden usw.

00:02:49: Also es entsteht ein sehr negatives Bild der Erwachsenenwelt was die Kinder vor dem Fernsehen gar nicht hatten.

00:02:55: in dem Maße da ist ein Stück Respekt und Autorität der Erwachsene verloren gegangen Und die kettliche Welt hat sozusagen einen Schutzraum verloren.

00:03:04: Sie sind immer mehr hineingezogen worden in diese erwachsenen Konflikte

00:03:09: Und das war dann auch ausschlaggebend, dass die Psychotherapie und die Psychologie für Sie interessant waren.

00:03:17: oder war das schon davor?

00:03:19: Naja ich war dann psychotherapeut ab fourneinzig.

00:03:22: Da hatte ich meine Ausbildung beendet und da tauchten immer mal wieder Kinder auf, die auch über unangenehme Erfahrungen mit dem Medium Fernsehen später damit den Computerspiel berichtet haben.

00:03:33: Wir haben uns dann damit beschäftigt was es hat irgendwas erschrocken irritiert schockiert und so weiter.

00:03:39: Und das wurde dann auch in der Therapie gesprochen, ja.

00:03:43: Weil es hat mir jetzt auch im Vorgespräch ... Es war ja nicht ihre eigenen Kindheit!

00:03:46: Sie mussten sich mit denen auseinandersetzen, wo sie nicht aus der eigenen Erfahrung mitschwingen konnten oder?

00:03:51: Ja,

00:03:53: was das Fernsehen betrifft, da habe ich schon eigene Erfahrungen.

00:03:55: Ich war auch Fernseh-Konsument in den Siebzigerjahren und kenne so den Reiz auch mal riskante Sachen zu gucken.

00:04:03: Damals waren zum Beispiel die Edgar Welles Filme das heikle Thema.

00:04:08: Da haben einige Schüler in der Schule darüber gesprochen, dass sie das gesehen haben und andere haben gesagt es dürfen wir gar nicht sehen.

00:04:16: unsere Eltern haben das verboten aber ich wollte es dann auch halt mal sehen um überhaupt mitreden zu können.

00:04:22: also ich kenne dann diesen Sog sozusagen von der Piergruppe.

00:04:25: wenn man dabei sein will muss man sowas mal gesehen haben.

00:04:29: Und als ich dann die Filme gesehen habe dachte ich ja ganz schön heftig.

00:04:33: Das hat auch wirklich Angst ausgelöst.

00:04:35: Ich hatte so was nie gesehen bis dato, war schwarz-weiß im Osten Westfernsehen.

00:04:41: Gucken wir ja auch noch mal so ein Heikwesding und dann irgendwann habe ich gedacht Ja es muss auch nicht unbedingt sein.

00:04:48: also es verstört einen auch wirklich teilweise als Kind wenn man sich so eine brutalen Sachen anguckt.

00:04:54: Konnte dann auch ein bisschen loslassen davon, dachte ich ja.

00:04:56: Sollen die mal quatschen?

00:04:57: Ich brauch das nicht unbedingt.

00:04:59: Aber sozusagen jetzt fernab von dem Medium-Fernsehen ist diese Dynamik auf andere Geräte übertragbar.

00:05:07: dabei sein wollen und die gleichen Inhalte konsumieren mitreden können oder?

00:05:11: Ja.

00:05:11: Ich hab

00:05:12: verstanden dass die Kinder quasi das Stück brauchen um in ihrer Gruppe mithreden zu können Auch bei den Computerspielen später.

00:05:19: Es ist sehr schwer sich daraus zu halten und sagen interessiert mich gar nicht.

00:05:23: Es ist halt manchmal Top-Themen und da muss man irgendwie ein bisschen Ahnung davon haben oder ein ganz anderes Hobby, was einen so stark ausfüllt dass man sagen kann brauche ich alles nicht habe etwas besseres und die Stärke haben jetzt wenige Kinder sich daraus zu halten.

00:05:41: Und jetzt komme vielleicht mal zu dem Begriff Mediengewalt.

00:05:43: wer ihn noch nicht gehört hat was es darunter zu verstehen?

00:05:47: Ja das ist ein ständiges Thema auch im Verein.

00:05:50: Wir haben darüber viel debattiert und den Begriff auch ständig aktualisiert.

00:05:55: Es gibt auch einen neuen Text, der ist jetzt nicht mehr so neu vor zwei Jahren geschrieben worden von uns.

00:06:00: Was verstehen wir denn heute unter Mediengewalt?

00:06:04: Damals als er vereingegrundet wurde ging es hauptsächlich um die Gewalte in den Computerspielen weil das war damals sehr präsent.

00:06:11: diese Spiele kam ein großer zahl auf dem Markt in den zweitausender jahren Und haben ein enormes gewaltpotenzial in sich.

00:06:22: was durch kriegerische Handlung, durch kriminelle Handlungen.

00:06:26: Also im Prinzip alles Sachen die im realen Leben als Straftaten zu sehen sind Morde mit aller Art von Waffen auch solche Sachen wie mit dem Auto Menschen Tod fahren.

00:06:39: das waren Spielen auch schon enthalten.

00:06:41: ich denke da an das Spiel GTA wo so etwas möglich ist.

00:06:45: Es ist also sehr verstörende hochgewalthaltige Szenen.

00:06:49: Kriegsschuter kam dann auf und damit hat sich der Verein viel beschäftigt, vor allem mit der Wirkung dieser Spiele auf Kinder- und Jugendliche die diese Spiele auch bald in die Hände bekommen haben, obwohl sie manchmal höhere Alterseinstufungen hatten fingen an Jüngere das zu spielen.

00:07:06: Damit hat sich denn der Verein Beschäftigen hat Forschung dazu gemacht.

00:07:11: Heute verstehen wir darunter noch viel mehr.

00:07:15: Also, wir verstehen auch darunter.

00:07:16: die durchste Gewalt in den Filmen gehört auch dazu.

00:07:19: also im Prinzip alle Gewaltszähnen in audiovisuellen Medien Auch sowas wie Hochaufilme Kriegsfilme und so weiter wurden untersucht.

00:07:28: Aber es gehört noch mehr dazu zum Beispiel die ganze ganzen Form von Beschämung Beleidigung Erpressungen Anwahnung sexueller Kontakte Cyber-Crewing Cyber Mobbing etc.

00:07:41: Das sind ja alles Phänomene, die noch hinzugekommen sind.

00:07:44: sozusagen das Spektrum der Gewalt in dem Medium hat sich enorm ausgeweitet.

00:07:50: Das zählen wir alles mit dazu.

00:07:53: und gleichzeitig mein Kettenstand ist auch es es vergrößert sich.

00:07:58: oder also immer mehr Zeit verbringen Kinder und Jugendliche Vorbildschirm- und Konsumiermedien?

00:08:03: Das ist richtig!

00:08:04: Die Zeit hat sich enorme vergrössert.

00:08:08: Mir fällt nur eine alte Gym-Studie ein, da waren es um die drei Stunden.

00:08:12: Ich glaube inzwischen sind's wohl vier Stunden.

00:08:14: Das ist sehr viel Zeit, die Kinder verbringen.

00:08:17: Wobei man sagen muss wenn sie nur miteinander kommunizieren, chatten oder so.

00:08:21: das geht ja noch.

00:08:23: Indirekt ist so wie wir früher uns vielleicht gegenseitig angerufen haben.

00:08:26: Das haben wir tatsächlich auch schon gemacht den Siebzehrjahren per Telefon Mal gefragt, wie hast du die Aufgabe gelöst an Mathematik?

00:08:33: Da wurde auch manches am Telefon verhandelt.

00:08:35: Obwohl der Freund nur zwei Stockwerke höher gebunden hat.

00:08:38: Das ist schon eine leichte Form der Entfremdung gewesen.

00:08:41: Aber das ist noch harmlos.

00:08:42: Gefährlicher sind ja dieses Versinken in Bilderwelten oder in irgendwelchen Podcasts oder Szenarien, die wirklich nicht gut für Kinder sind und es wird oft eingesetzt um ... Kinder zu beschäftigen, Kinder ruhigzustellen in Abwesenheit der Eltern.

00:09:00: Da liegen sehr große Gefahren, denen wir in der Beratung und Therapie immer wieder begegnen.

00:09:06: Kinder sind oft überfordert mit dem Medium.

00:09:09: Also da will ich auf jeden Fall noch drauf zu sprechen kommen wie Sie aus Ihrer Praxis was Sie erleben wenn Eltern auch in Schwierigkeiten kommen?

00:09:17: Mich wird aber interessieren, was jetzt eigentlich mit der Wirkung von gewalthaltigeren Filmen spielen.

00:09:24: Was geschieht ... in der Psyche eines Kindes, welches diskonsumiert?

00:09:30: Ja.

00:09:31: Also zunächst mal ganz allgemein gesagt eine seelische Erschütterung, weil es die Dinge, die es da sieht, in der Realität meistens noch nie gesehen hat.

00:09:40: Also selten hat ein Kind realen Mord gesehen aber im Film taucht das halt auf.

00:09:47: Gibt's einen Kriminalfilm wird jemand umgebracht Manchmal sieht man nur noch die Leiche, manchmal sieht man sogar noch wie jemand erschossen oder stochen wird.

00:09:54: Das sind Dinge, denen ein Kind so noch nie gesehen hat in der Realität.

00:09:59: Es ist also die Konfrontation mit einer extremen Gewalttat, die erst mal einen Schockmoment auslöst und so nach dem Motto was?

00:10:06: Sowas geht!

00:10:07: Das machen Menschen das tun sich Menschen gegenseitig an.

00:10:10: da gibt es erstmal eine tiefe Erschütterung am Anfang, und dann tauchen tatsächlich schon Gewöhnungseffekte auf.

00:10:16: Dann hat man den zweiten Mord gesehen in dritten, den vierten, fünften ... Und er denkt mal ist ja normal!

00:10:20: Das ist ja ein Krimi die bringt sich halt gegenseitig um.

00:10:23: Ja so ist das nun mal.

00:10:25: So und da wird dieser Glaube sozusagen an die Seriosität und Vernunft der Erwachsenen schon erschüttert.

00:10:30: dadurch wenn man das in häufiger Zahl sieht fragt man sich was sind denn das für Menschen diese Erwachsenden?

00:10:37: Komische Spezies.

00:10:38: Wenn die so ihre Probleme lösen?

00:10:40: Genau,

00:10:40: wenn sie es nicht schaffen ... Uns sagen Sie auf dem Schulhof, wir sollen uns nicht streiten, einander die Hand geben und gegenseitig entschuldigen.

00:10:47: Und was machen die?

00:10:49: Guck ich mir so einen Film an!

00:10:50: Die können das doch selber nicht.

00:10:53: Weil die ja wachsen schon an Glaubwürdigkeit und Autorität.

00:10:56: Das heißt, man könnte jetzt einwenden, ihr habt die Kinder wissen noch, dass ist ein Film und nicht Realität.

00:11:04: Das ist die sogenannte Ramuskompetenz.

00:11:07: Tatsächlich entwickelt sich sie dann auch mit der Zeit, dass die Kinder das unterscheiden können.

00:11:11: aber es gibt auch die Überflutung mit diesen Bildern und das Gefühl, das könnte ja jetzt hier draußen vor meiner Tür passieren.

00:11:22: also ich hatte tatsächlich mal ein Kind in Therapie, der viel geguckt hat in dieser Art und immer sehr misstrauisch zu mir gekommen ist und gesagt hat Ja, ich weiß nicht.

00:11:34: Wenn ich jetzt nach Hause gehe ... Ob da nicht hinter der Ecke einer lauert?

00:11:39: Der mich abknallen könnte oder so.

00:11:42: Er konnte das zum Beispiel nicht mehr einrahmen, sondern er hat dann gedacht, überall können diese Täter herumlaufen.

00:11:49: Da ist es schon vorbei mit der Trennung fiktive Welt und Realität.

00:11:54: Manche werden richtig paranoid und haben Angst, dass ihnen selber etwas geschehen könnte durch die Gewalt wenn sie sehr viel davon gesehen haben Klar.

00:12:02: Und in manches Krimis spielen ja auch an realen Orten, es gibt ja die Regionalkrimis ... Ja.

00:12:07: Was weiß ich?

00:12:08: Usedom, Bodensee, Zürich, was wo, irgendwo auch immer und manche auch in Berlin.

00:12:13: Dann kommt mal eine Straßenecke vorbei, wo man gestern Krimi gesehen hat oder einer umgebracht wurde dann wird's schon kritisch.

00:12:20: Da fühlt man sich vielleicht an diesem Ort nicht mehr wohl und macht da einen großen Bogen drum.

00:12:25: Und ist das jetzt so... Oder sagt die Forschung zu der Häufige nutzen von jetzt gewalttätigen Spielen, Gewaltspielen.

00:12:35: Passiert der eh nicht Effekt?

00:12:36: oder was haben Sie da so Erfahrung mit?

00:12:38: Da ist es sogar noch wesentlich schlimmer weil die Kinder ja bei Filmen nur passiv die Gewalt sehen und da eigentlich nie aktiv beteiligt sind.

00:12:48: Bei einem Computerspiel werden sie ja aufgefordert selber virtuelle Gewalttaten zu begehen Und das ist sogar im Spielesystem so vorgesehen, sie werden sogar noch belohnt dafür.

00:13:00: Das ist ja das Perverse an diesen Spielen.

00:13:02: also dass es weitaus schlimmer als sozusagen Übungs- und Trainingseffekte gibt und weil ein anerkanter Spielehersteller in einem Staat der das Spiel veröffentlicht sozusagen erlaubt, dass man diese in der Realität kriminellen Handlungen ausüben darf.

00:13:19: Das is dann nochmal eine ganz andere Stufe von Gewalt Aneignung.

00:13:25: Darüber sind ja die viele Forschungen gemacht worden, da könnte ich nachher auch daraus zitieren.

00:13:30: Also es gibt wirklich einen Nachweis daran.

00:13:31: Zusammenhang zwischen gewalttätigem Computerspielen und gewalt tätigen?

00:13:35: Aber

00:13:35: gewiss!

00:13:36: Die Studien sind so zahlreich und so eindeutig dass man daran kein Zweifel mehr haben kann.

00:13:42: also im Jahr zweitausend fing diese Forschung an.

00:13:45: der erste bedeutende Forscher war Craig Anderson von der Iowa State University.

00:13:50: Der hat darüber die ersten Studien gemacht, dann kamen andere nach.

00:13:53: Die Amerikaner waren da sehr führend.

00:13:56: Da wo die Spieler auch herkommen kommt gleichzeitig auch die Forschung her, die anerkannte seriöse Forschung.

00:14:02: Zweiter Forscher ist Douglas Gentile.

00:14:05: der hatte es im Jahr two-thausend sechs auch noch mal erforscht.

00:14:08: in Deutschland gab's seine Forscherin die ist Ingrid Möller von der Uni Potsdam.

00:14:12: zwei tausend sechs.

00:14:13: und unsere Wissenschaftler für einen Mediengewalt den auch gegründet haben Günter Huber, Werner Hopf und Rudolf Weiß haben in dem Jahr zwei Tausend Acht ebenfalls eine Langzeitstudie gemacht.

00:14:27: Die ist auch in einem englischen wissenschaftlichen Journal veröffentlicht worden, wo diese Effekte eindeutig nachgewiesen wurden.

00:14:34: Ich könnte dazu was zitieren, was Herr Weiß dazu geschrieben hat, die ist in Englisch veröffentlich, da hat mir aber ein Extract dazu geschrieben.

00:14:42: Er sagt von besonderem Bedeutung sind die Ergebnisse dass das Spielengewalt tätiger elektronischer Spiele, der stärkste Risikofaktor für Gewaltkriminalität ist und sowohl Medienstimulierte als auch reale Erfahrungen aggressiver Emotionen die mit dem Rache Motiv verbunden sind Kernrisikofektoren für Gewald an der Schule und Gewalt Kriminalität sind.

00:15:08: Und das sind die ähnlichen Ergebnisse, die eigentlich alle Forschung belegen.

00:15:15: Es kommt dann oft ja die These, wurde auf den Raum geworfen.

00:15:18: Es gibt auch andere Forschung, die das Gegenteil beweist.

00:15:21: Dazu hat Sabine Schiffer, die bei Ihnen ja auch zum Interview war gesagt es ist längst nachgewiesen ich zitiere aus ihrem Buch Medien und Gewalt Medien und Bildung Entschuldigung dass die Interessen geleitete Inszenierung eines vermeintlichen Streits um die Medienwirkungen durch gesponserte Wissenschaftler bewerkstelligt wird.

00:15:43: also dem Computerspielindustrie hat es dann tatsächlich geschafft, über eine gewisse Zeit Verunsicherung zu streuen in der Wissenschaftswelt.

00:15:51: Weil sie eigene Leute angeheuert haben gesagt so forschen Sie doch mal ein bisschen zu diesem Spiel.

00:15:56: aber wir wollen hier ein ganz konkretes Ergebnis nämlich die Spiele sind harmlos und spielen das halt nur und deshalb mit der Realität nichts zu tun usw.

00:16:05: Die sogenannte Ramuskompetenz dann ins Spiel gebracht Die können das schon sehr gut unterscheiden.

00:16:10: Diese Kinder machen ja auch Computer aus, und dann sind die ganz friedlich.

00:16:13: So stimmt alles nicht.

00:16:14: Also die Forschung beweist es gegenteil.

00:16:16: Man hat halt ... Das wirklich experimentell nachgewiesen.

00:16:21: Man hatte was spielen lassen und hat, naja, Szenen gebaut, wo man vielleicht einen Menschen helfen müsste oder so.

00:16:28: Und dann haben sich diesen Spieler gar nicht drum gekümmert.

00:16:31: Da sind sozusagen große Maßnahmen ... Mangel der Empathie wurde dann plötzlich sichtbar durch dieses Spiel.

00:16:38: Ja, es gibt ja auch diese Milgram Experiment.

00:16:41: Ich weiß nicht ob Sie das kennen?

00:16:42: Das ist früher.

00:16:43: Das hatte noch vor den ganzen Computerspielen stattgefunden.

00:16:47: Da gibt's eine gewisse Inlichkeit.

00:16:48: Da hat der Forscher gesagt, da drin sitzt ein Proband, der löst Aufgaben und wenn er einen Fehler macht dürfen sie ihn mit Electroshocks bestrafen.

00:16:57: Genau.

00:16:57: Sie erinnern sich.

00:17:00: Und das haben diese Probanden dann tatsächlich getan und der Spieler hat Schmerzensschrei ausgestoßen.

00:17:08: Und dann hat der Forscher ihm gesagt, es ist nicht so schlimm.

00:17:13: Sie können ruhig noch Dollar aufdrehen und das haben die gemacht.

00:17:16: Das heißt also ... Die Möglichkeit gewalttätig zu handeln wird umso größer, je mehr sie legitimiert ist.

00:17:24: In dem Fall war der Forsscher, der Professor oder die Autorität, die das legitimiert hat.

00:17:29: Und das hat das Gewissen beim Probanden ausgeschaltet.

00:17:34: So ähnlich funktioniert das bei den Spielen auch?

00:17:36: Weil die Spieleanleiter sagen, du kannst den ruhig abknallen auf der anderen Seite.

00:17:39: Ist nicht schlimm!

00:17:40: Haben wir extra so gebaut in dem Spiel und damit schaltet man auch die Gewissensanteile des Spielers nachher aus.

00:17:47: Das geht sehr schnell bei den Jugendlichen und Kindern, dass sie da nicht mehr drüber nachdenken.

00:17:52: Also ich erinnere mich selber noch an meiner Jugend an den Hype als der ersten Ego-Shooter aufkam.

00:17:57: und jetzt gibt es ja sozusagen sogar große Meisterschaften, Weltmeisterschaftens wird online übertragen.

00:18:04: Es ist sozusagen eine Megaspektakel, Leuten dabei zuzugucken wie sie sich gegenseitig virtuell umbringen.

00:18:09: Richtig!

00:18:10: Jetzt würde ich meinen und einschreiten sagen naja es gibt ja Altersbeschränkungen da wird ja für irgendjemand gucken das nicht zwölfjährige andere Leute umbringen.

00:18:20: aber die Praxis sieht wahrscheinlich anders aus oder?

00:18:22: Ganz genau so ist es.

00:18:24: der Staat hat sich natürlich Gedanken gemacht und das System an sich in der Theorie Völlig in Ordnung, dass man Medien mit Alterskennzeichen sozusagen tituliert und den Eltern damit eine Orientierung gibt.

00:18:40: Die Stufen sind ja bekannt.

00:18:41: Null, sechs, zwölf, sechzehn, achtzehn Und das gilt sowohl für Filme, für Fernsehfilme und eben auch für Computerspiele.

00:18:51: Wenn das so eingehalten würde wäre es soweit noch in Ordnungen.

00:18:54: aber das wird leider nach Praxis nicht gemacht Ja.

00:19:01: Weil man an die Spiele herankommt oder in die Filme?

00:19:04: Na

00:19:04: ja, es gibt sogar noch einen Freibrief für die Eltern was wir als Verein Mediengewartheit Jan kritisieren.

00:19:11: Es gibt sogenannte Elternprivileg Das heißt Die Elternteile sind vom Gesetz her gar nicht verpflichtet diese Altersstufen unbedingt einzuhalten.

00:19:20: Wir könnten zum Beispiel sagen Mein Kind ist zwar als dreizehn Jahre alt, aber dieses sechzehner Spiel für den kein Problem, das verkraftet der.

00:19:30: Das wäre in Ordnung, da kann man rechtlich gar nichts gegenmachen.

00:19:34: Aber diese massenhafte Verbreitung von hochgewaltteiligen Spielen USK-Sechzehn und Achtzehn wurde ja auch von unseren Wissenschaftlern umfangreich erforscht.

00:19:44: Ich könnte Ihnen auch was zitieren aus einer Studie von Professor Pfeiffer vom Kriminalischen Forschungsinstitut Hannover Und der hat er... ...zwei-tausend fünf durchgeführt.

00:19:57: Zwei-tausend sieben wurde es veröffentlicht und zwar die Grundlage sind Schülerbefragung von sechs tausend Viertklässlern und siebzehntausend neun Klässleren.

00:20:06: Er hat dabei ermittelt, dass jeder zweite zehnjährige Junge uns zweiundachtzig Prozent der vierzehn-fünfzehn jährigen Spiele gespielt haben, die ein Alterskennzeichen von sechzehn USK-Sechzen oder Achtzehn hatten.

00:20:21: Die Indizierung erweisen sich demzufolge Entschuldigung.

00:20:24: nicht die Indizierungen, sondern die Alterskennzeichen erweisen sie als uneffektiv.

00:20:28: Die Induzierung hingegen als sehr effektiv also nur wenn ein Spiel offiziell vom Staat verboten wurde.

00:20:36: Die zuständige Stelle ist die Bundeszentrale für Kinder und Jugendmedienschutz.

00:20:40: Ist es wirklich weg von den Kindern und Jugendlichen?

00:20:43: Diese Alterskindzeichen sorgen dafür nicht.

00:20:47: Die Spieler sind im Umlauf, die werden von Geschwistern weiter gegeben.

00:20:50: Manchmal kaufen sie sogar die Eltern, Kinder, Jugendliche erpressen vielleicht sogar ihre Eltern und sagen, wenn du mir das nicht zu Weihnachten kaufst, geh ich nie mehr in die Schule.

00:20:59: Selbst solche Sachen hab' ich gehört.

00:21:01: Die Kinder sind so scharf drauf, haben so einen Suchtmechanismus entwickelt, dass Sie mit ihren Eltern verhandeln, dass sie das spielen dürfen.

00:21:09: Da ist natürlich der ganze Jugendschutz sozusagen ein Bach runtergegangen auf diese Weise.

00:21:14: Das ist wirklich sehr beklagenswert.

00:21:18: Vielleicht noch ein Thema?

00:21:19: Ist wahrscheinlich da rein gehört.

00:21:22: Im Vorfeld haben wir das auch kurz besprochen, Internetabhängigkeit.

00:21:25: Also

00:21:26: heute sind ja – bekomme ich jetzt immer mehr mit – die meisten Spiele sind ja heutzutage online.

00:21:32: Das heißt,

00:21:32: die Leute treffen da dann auch sozusagen soziale Bedürfnisse werden wahrscheinlich miterfüllt.

00:21:39: Wie ist denn diese….

00:21:40: also wie stellen Sie fest?

00:21:42: Da ist eine Internetabhängigkeit vorhanden aber wann ist es wirklich ein Problem und wie wirkt sich das auf das Leben aus?

00:21:50: Ein interessanter Punkt, diese Krankheit.

00:21:52: Das ist ja heute eine anerkannte Krankheit, die Internet Gaming Disorder.

00:21:56: Die ist ... Äh, die ist so in den Jahr zwei Tausend Dreizehn.

00:22:01: Ist sie ins DSM aufgenommen worden?

00:22:03: Ein US-amerikanisches Klassifikationssystem.

00:22:07: Auch dazu kann ich Ihnen was sagen.

00:22:09: Da hat der Arzt Dr.

00:22:11: Bert Tewild drüber geschrieben.

00:22:14: Ähm... Und auch geforscht, er hat das Buch geschrieben, Digital Junkies.

00:22:18: Ein sehr tolles Buch, es ist im Jahr two thousand thirteen veröffentlicht und hatte auch die Geschichte nochmal der Entdeckung dieser Phänomene beschrieben.

00:22:25: In nineteen eighty-seven ist das in USA von einem amerikanischen Psychiater Ivan Goldberg sozusagen der Begriff Internetabhängigkeit erst malig erwähnt worden.

00:22:34: In ninete ninety-five gab's das erste Behandlungszentrum für Internetabhänglichkeit und zwei tausend treizehn ist das eben dieses System übernommen worden, gilt heute als anerkannte Krankheit.

00:22:47: Die Kriterien dafür nenne ich dann gleich noch mal.

00:22:50: Ich wollte nur sagen die verschiedenen Formen der Internetabhängigkeit, dass es einmal die Computerspielsucht, dann gibt's die Cybersex-Sucht, da gibts die Abhängigkeit von sozialen Netzwerken und die Onlinespielsucht also Glücksspiele sowas in der Art.

00:23:07: Das sind die Formen.

00:23:08: Und wann spricht man von Sucht?

00:23:10: Also dieses System sagt, das muss mindestens zwölf Monate, müssen folgende Kriterien erfüllt sein eine starke und sich steigende Beschäftigung mit diesen Medien.

00:23:23: Es muss sozusagen fast Lebensinhalt Nummer eins sein dem gegenüber anderen Aktivitäten.

00:23:29: nachrangig werden bei diesen süchtigen Spielern leider auch Ausbildungsschule und Beruf, sodass sie mitunter rausfliegen aus diesen wichtigen Systemen die für ihre Zukunft eigentlich entscheidend sind.

00:23:44: Die masseren Prüfungen gehen nicht mehr in die Schule usw.. Dann gibt es auch... sozusagen ein Entzugssyndrom, dem Sinne dass die Menschen enorm aggressiv werden wenn man ihnen das wegnimmt.

00:23:56: Das merken wir in der Beratungsstelle, wenn Eltern dann Maßnahmen dagegen ergreifen wie aggressiv diese Jugendlichen dann werden habe ich auch einige Beispiele erlebt.

00:24:05: und ja so eine Toleranzsteigerung, die wollen immer typische was man auch beim Alkohol vielleicht kennt.

00:24:10: die wollen denn immer mehr und immer das Neuste und muss noch brutal oder noch aggressiver wären.

00:24:15: also das ist schon drastisches Phänomen.

00:24:19: Ich könnte ihn auch Zahlen nennen dazu.

00:24:21: Der Wilder ist heute Direktor einer großen Klinik in Dießen, Bayern.

00:24:28: Er behandelt dort diese Menschen und ... ja das sind schon krasse Fälle die er da schildert also das ganze Leben sich nur noch ums Spielen dreht oder ums Internet.

00:24:38: es ist schon schlimm was an geistiger Kapazität unserem Land verloren geht.

00:24:43: Das sind ja kluge Leute die das machen.

00:24:47: Die sind sozusagen dem Land verloren gegangen, weil sie keinen Arztberuf mehr ausüben oder Ingenieur werden.

00:24:56: Wenn Sie gleichzeitig der Spiele sucht verfallen sind das geht gar nicht mehr.

00:25:00: und gibt es Erhebungen dazu wie viele Kinder und Jugendliche das betrifft in unserem Land?

00:25:04: Ja die gibt es.

00:25:04: Es gab diese Pinterstudie-Zweitausendelf.

00:25:07: da hat man also den die Zahlen ermittelt wie viele süchtig sind einen problematischen Gebrauch haben, weil es gibt ja ähnlich wie beim Alkohol-Vorstufen der Sucht.

00:25:19: Da will ich Ihnen mal die Zahlen nennen und zwar ... Die war in den Jahren of two thousand eleven durchgeführt mit fünfzehntausend Menschen wurden befragt im Alter von sechs ... vierzehnundvierundsechzig.

00:25:29: das Ergebnis war dass ein Prozent die Kriterien der Abhängigkeit erfüllt hat, das waren sind acht hunderttausend Menschen, das muss man sich immer vorstellen ist gewaltig.

00:25:39: dann äh Von den vierzehn bis vierundzwanzigjährigen, also noch mal eingeschränkt auf eine jüngere Gruppe waren es zwei Komma Vier Prozent.

00:25:47: Also zwei Millionen Menschen die die Kriterien der Abhängigkeit erfüllt haben.

00:25:51: Das ist ja alles drin.

00:25:52: Internetabhängigkeit das auch diese Social Media-Abhängigkeit nicht nur dass spielen und in etwas niederer Stufe.

00:26:00: also das Problem der problematische Konsum.

00:26:04: da ist die Zahl vier Komma Sechs Prozent sind drei Komma sechs Millionen Menschen Das sind schon gewaltige Zahlen.

00:26:10: Und das

00:26:10: ist aus dem Jahr

00:26:12: zwölf?

00:26:12: Ja, kann man sich mal vorstellen.

00:26:14: Ich weiß es sind glaube ich nicht wiederholt worden in dieser Form aber die Zahlen gelten mindestens noch heute.

00:26:19: wenn nichts sind nach mehr geworden und eigentlich sind die Helfer-Systeme gar nicht mehr groß und breit genug aufgestellt diese Menschen alle aufzufangen.

00:26:28: natürlich kann man das heilen.

00:26:30: das eine sehr aufwendige Behandlung ähnlich wie beim Alkohol entzugs Behandlungen, Neuaufbau, Neueorientierung und so.

00:26:36: Die Leute sind sechs bis acht Wochen in dieser Klinik, kostet auch ein Haufen Geld.

00:26:42: Und man kann die erfolgreich von dieser Sucht heilen.

00:26:45: Aber das bedarf eines sehr großen therapeutischen Aufwandes.

00:26:50: Bestimmte Formen kann man in der Praxis gar nicht mehr heilen, die müssen in die Kliniken.

00:26:55: Es gibt zum Glück auch einige ambulante Angebote.

00:26:57: In Berlin

00:26:58: z.B.,

00:26:59: die Beratungsstelle Lost in Space, da können auch Leute hingehen Spielesucht zu befreien.

00:27:06: Aber ich bin der Meinung, dass die Anzahl der Bahnungsangebote nicht ausreichend ist.

00:27:10: also bei diesen Zahlen da muss man wirklich erschrecken und sagen so schlimm ist das schon.

00:27:16: ja es ist sehr sehr schlimm.

00:27:18: Und Sie haben ja gesagt, dass sie sowas auch in ihrer sagen im beruflichen Alltag erleben.

00:27:25: Mögen Sie meinen Fall schildern?

00:27:26: Wie gehen Sie damit um, Sie haben ja hauptsächlich mit den Eltern zu tun, wenn ich richtig informiert bin.

00:27:30: Sowohl als auch also in der Beratungsstelle habe ich die Eltern hauptzlich, die mir dann Fälle schildert wie was da zu Hause bei Ihnen los ist.

00:27:41: Also ich erinnere mich an eine Beratungsstelle in einem Fall, den hatte ich vor ungefähr zehn Jahren eines offensichtlich süchtigen jugendlichen Spielers.

00:27:48: es war ein Adoptivkind Und die Mutter sagt mir, sie weiß nicht mehr was ihr machen soll.

00:27:54: Ich sage Sie müssen das einschränken, Sie müssen den Jungen Grenzen setzen und sagen du kannst nur drei Stunden spielen dann ist Schluss zum Beispiel.

00:28:02: Das hat sie versucht und mit massiver Aggressivität war sie plötzlich konfrontiert von diesem Jugendlichen.

00:28:09: Ich sag zu einer Hut müssen sie auch die Polizei holen werden der sie angreift oder Gegenstände zerschlägt und so, das ist dann auch passiert.

00:28:17: Der hat dann also mobilar beschädigt, der hat der Muttergewalt angedroht und konnte sich nur noch retten durch das Rufen der Polizei.

00:28:25: Da ist eine Einrichtung fremd untergebracht worden.

00:28:28: Das war ein Friedrichs-Zusammenleben zwischen Mutter und Kind nicht mehr möglich.

00:28:32: Er war vollkommen in der Sucht verfangenen und der versucht die Mutter zu beenden, hat mit Gewalt geendet.

00:28:39: Ist ein drastischer Fall, kommt jetzt auch nicht alle Tage vor aber ... leichtere Form von verbale Aggressivität von Kindern, wenn ihnen da was weggenommen wird.

00:28:51: Gibt's schon öfter mal und das ist ein Zeichen einer eingetretenen Abhängigkeit.

00:28:57: Deswegen raten wir dazu frühzeitig diese Regeln einzuführen, das zeitlich zu begrenzen und vor allen Dingen auf die Inhalte zu achten.

00:29:08: Es gibt ja heute schon Warnhinweise.

00:29:10: in der Weise hat die USK auch bisschen dazugelernt.

00:29:13: Es gibt auf den Spielen ... USK ist was noch raus?

00:29:15: Eine unabhängige Selbstkontrolle für Computerspieler.

00:29:18: Also sitzen in Berlin, die Naturstraße, stufen die altersmäßig ein und haben inzwischen auch die Suchtkriterien mit hinzugefügt.

00:29:26: Da gibts einen Text dazu, wo man eben lesen kann, was für Gefahren das Spiel beinhaltet.

00:29:30: Das können die Eltern alles nachlesen.

00:29:32: Da taucht die Suchtegefahr auch mit auf aber das reicht trotzdem nicht.

00:29:37: also die Eltern kaufen die Spiele damit unter.

00:29:39: Trotzdem Es ist nicht genügend abschreckend, so ähnlich wie damals bei der Zigarettebootraufstand.

00:29:47: Rauchen kann tödlich sein und die Leute haben es trotzdem ganz unbefangen weitergekauft und weiter geraucht.

00:29:54: also eine abschreckende Wirkung solcher Texte bei süchtigen Nutzern reicht oft nicht.

00:30:02: Jetzt interessiert mich eigentlich zwei Sachen dazu.

00:30:04: vielleicht fangen wir mal auf der einen Seite an.

00:30:06: Jetzt gibt es ja sozusagen eine riesengroße Industrie,

00:30:10: die

00:30:10: wahrscheinlich um diese Forschungsergebnisse weiß.

00:30:12: Es ist ganz interessant was Sie gerade über die Forschung gesprochen haben.

00:30:15: also da könnte man jetzt das Wort Zucker oder Tabak einsetzen und hätte die gleiche Dynamik.

00:30:19: Also

00:30:19: es gibt sozusagen ne große Industrie erschichten, ne Milliardenindustrie weltweit, die um diese Forschung weiß.

00:30:28: Dann gibt es sozusagen die Forschung oder andere Organisationen wie Sie, die auch darum weiß.

00:30:33: Aber es gibt wahrscheinlich keine Möglichkeit, nämlich jetzt mal an überhaupt darüber nachzudenken, ja darf denn so ein Spiel auf dem Markt?

00:30:39: Oder nicht?

00:30:40: Wie ist das?

00:30:42: Dass Sie stellen genau die richtigen Fragen.

00:30:45: Ich möchte bevor wir an diesen Punkt kommen.

00:30:48: Das ist ein sehr heikler Punkt.

00:30:49: Möchte ich Ihnen noch was anderes vorlesen.

00:30:51: Es geht ja um die Wirkungsweise kapitalistischer Produktion, eine Bedürfniserzeugung zum Beispiel.

00:30:59: Also das ist so ein Prinzip im Kapitalismus dass man sowohl Grundbedürfnisse befriedigt ja, das kann die Gesellschaftsweife los aber auch bedürfnisse erzeugt, die eigentlich keine Grundbedurfnisse sind.

00:31:13: und da gibt es ein tolles Buch was mich damals sehr gefesselt hat.

00:31:16: Das ist von einem französischen Romanautor.

00:31:18: der heißt Frederick Bate-Bergé.

00:31:21: Das Buch oder Zwei-Tausen bei Roel, da veröffentlicht heißt Neununddreißigneunzig.

00:31:26: Ich lese Ihnen doch mal was vor!

00:31:29: Also ein Roman... Der Held schreibt also ich heiße Oktav und kaufe meine Klamotten bei APC.

00:31:37: Ich bin Werber Ja Ein Umweltverschmutzer.

00:31:42: Ich Bin der Typ der ihnen Scheiße verkauft, der sie von Sachen träumen lässt die Sie nie haben werden.

00:31:49: Ich bin Ihnen immer drei Meilen voraus und enttäusche Sie zuverlässig.

00:31:54: Glamour ist das Land, in dem man nie landet!

00:31:56: Ich fixe sie an mit Neuheiten, die den Vorzug haben, dass sie nicht neu bleiben.

00:32:02: Es gibt immer eine Neuheit, die die vorige Alt aussehen lässt.

00:32:06: Mein Amt ist es ihnen den Mund wässrigzumachen.

00:32:09: In meinem Metier will keiner ihr Glück Denn glückliche Menschen konsumieren nicht.

00:32:16: Das fand ich... Ja, und dann zum Schluss schalten ein paar Zeilen weiter.

00:32:20: Um Bedürfnisse zu schaffen muss man Neid, Leid- und Zufriedenheit schwören.

00:32:24: Das ist meine Munition, meine Zielscheibe sind Sie!

00:32:27: Also heißt diese Werbepsychologie die ist inzwischen so raffiniert und arbeitet so stark mit dem Unterbewusstsein der Menschen dass sie es scharfen kritische Gedankenprozesse auszuschalten und sozusagen irgendwo nicht unterschiedlich einen bedürfnis zu schwören.

00:32:45: wo sie sagen jetzt das will ich jetzt haben Und bei den Computerspielen haben sie es geschafft, das als Jugendkultur zu etablieren.

00:32:55: Wo die Jugendlichen fast ein Zwang besteht um dazugehören zu können das mitzumachen und das ist bedauerlich.

00:33:04: Es sind enorm hohe Verkaufszahlen da inzwischen erzielt worden.

00:33:08: diese Branche hat ja sogar die Filmindustrie abgelöst, was sie Gewinne betrifft.

00:33:13: Das sind Milliardengewinne, die da gemacht werden.

00:33:15: Es ist ein weltweites Geschäft.

00:33:16: Die Spiele werden ja in Japan genauso verkauft wie in Afrika, Südamerika sonstwo auf der ganzen Welt und Sie verdienen sich wirklich eine goldene Nase damit.

00:33:29: Das ist unglaubliche Umsätze, die dort erzielt werden.

00:33:35: Das Problem ist halt, dass wir es hier mit international agierenden Firmen zu tun haben und nationalen Gesetzen die dann versuchen müssen diesen Megatrend der sich da weltweit entfaltet hat irgendwas entgegenzusetzen.

00:33:49: Und das ist sehr, sehr schwer.

00:33:52: Wir haben zum Glück Behörden, die sich damit auseinandersetzen und da was zumindest begrenzen können – das ist eben die genannte USK und es gibt die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedie-Schutz in Brom.

00:34:04: Diese Bundeszentrale kann Spiele auch verbieten.

00:34:08: Sie kann auch Filme verbieten, sie kann alles verbieten also jedes Produkt.

00:34:13: es gibt vierteljahrlich eine Liste wo alle Produkte drauf sind die hier nicht in den Handel gebracht werden können.

00:34:21: das sind meistens Filme über zweitausend Filme die nicht gezeigt werden dürfen.

00:34:25: es sind so tausend Fünfhundert Tonträger, fünfundat Printmedien und ungefähr fünfhundert Spieler die nicht in den Handel gebracht werden dürfen.

00:34:35: Aber leider singt diese Zahl, die indizierten Spiele und die Zahl der Spiele mit Alterskindzeichnungen steigt an.

00:34:42: Und das ist das Problem.

00:34:46: Von der Konstruktion von der Verfahrensweise sind aus unserer Sicht im Verein und auch aus der Sicht anderer Wissenschaftler Fehler gemacht worden weil eigentlich diese staatliche Behörde diejenige sein sollte, die diese Produkte zuerst in die Hände bekommt.

00:35:02: Und dann vielleicht die freiwilligen Selbstkontrollen sozusagen an sie weiterleitet?

00:35:07: Das geschieht aber nicht!

00:35:08: Es ist genau umgekehrt... Die Produkte kommen zuerst mit den Händen der Freiwilligen selbst kontrollieren und nur wenn die Bedenken dabei haben reichen die das weiter nach Bonn und dort kann es dann initiiert werden.

00:35:20: Und das geschieht leider was die Spiele betrifft immer seltener, was wir für einen großen Mangel an dem System ansehen können.

00:35:27: Was sind

00:35:28: denn die freiwilligen Selbstkontrollen?

00:35:29: Das hab ich noch nicht verstanden!

00:35:30: Das sind Gremien, die das Recht haben also alle diese Medienprodukte ein neuer Film, ein neues Spiel, ein neues Fernsehfilm sich anzuschauen.

00:35:38: Die haben dann auch Testspieler und Teste sehr, die sie im Film anschauen und sagen naja... ...das könnte man alter Siegel XII geben oder XVI und so.

00:35:48: Da sitzen dann schon auch ein paar Leute die das bewerten die dann sozusagen landesweit das Recht haben, Alterssegel zu vergeben.

00:35:58: Aber sie sind gemischt zusammengesetzt.

00:36:00: da sind Leute aus verschiedenen Branchen dabei.

00:36:03: es klingt eigentlich alles sehr demokratisch sind Beiräte.

00:36:06: unsere Erfahrung ist dass es nicht mit der nötigen also im Bereich der Computerspiele nicht mit den nötige Fachkompetenzen entschieden wird.

00:36:13: ich möchte dazu eine Studie zitieren von dem KFN Die aus meiner Sicht auch heute noch Gültigkeit hat

00:36:19: Und die KF N ist was?

00:36:21: Kriminellogisches Forschungsinstitut Niedersachsen sitzt in Hannover.

00:36:26: Die haben, ich hatte vorhin schon zitiert, wo es darum ging wer die Spiele trotzdem spielt.

00:36:34: aber das Entscheidende ist dass sie die Einstufung noch mal überprüft haben.

00:36:40: Die haben ja Fachleute dort, viele Wissenschaftler, die speziell ausgebildet wurden von dem Professor sich diese Spiele mal ganz genau anzugucken.

00:36:48: Sie haben seventy-two Spiele nachgetestet und da hat sich richtig viel Zeit genommen und sind zu folgendem Ergebnis gekommen Zweiundzwanzig dieser Spiele wurden als angemessen bewertet, von zweiundsiebzig.

00:37:02: Das sind fünfunddreißig Prozent.

00:37:04: Siebzehn haben eine zweifelhafte Alterseinstufung, das waren siebenund zwanzig Prozent und Dreiundzwanzig haben eine unangemessene Alterseinstufungen, das sind siebund.

00:37:14: dreißig prozent also der größte Anteil sagen diese Forscher wurde falsch bewerteten.

00:37:20: Sie wurden nämlich altersmäßig zu niedrig eingestuft.

00:37:25: Bei einigen Spielen haben sie so gesagt, mindestens sechs Spiele hätten gar keine Kennzeichnung haben dürfen um überhaupt indiziert zu werden.

00:37:36: Mit der Folge dass sie indiziert worden wären.

00:37:39: sechs weitere die bisher mit sechzehn eingestuft wurden bewerten wir als Grenzfälle zur Indizierung.

00:37:47: Also diese Studie von diesem Institut hat also nachgewiesen, dass da mit der USK irgendwas nicht so ganz stimmt.

00:37:55: Dass jetzt nicht mit der nötigen Professionalität dort die Spiele eingestuft werden.

00:38:00: Sie haben auch genaue Kritik geübt was da nicht so richtig gut ist aus ihrer Sicht.

00:38:06: Zum Beispiel das eine formelle Einbeziehung der Bundesprüfstelle gar nicht vorgesehen ist.

00:38:10: es kann sein die erfahren das gar nicht in den Bunden was sie da gemacht haben.

00:38:14: eigentlich müsste ständig einer dabei sitzen.

00:38:17: Das ist auch die Grundlage meiner Petition gewesen, ich habe es am Bundestag geschickt.

00:38:22: Da habe ich nämlich vorgeschlagen dass diese USK evaluiert wird von so einem Institut wie diesen und auch permanent evaluiert werden.

00:38:30: dann das zweite, dass eine Rotation der Prüfer stattfindet weil Professor Pfeiffer und seine Kollegen hier auch von Gewöhnungseffekten sprechen sagen wenn man an Dauern sich solche Sachen anguckt dann kann es passieren dass man das selber gar nicht mehr als so schlimm waren.

00:38:45: Wie die Spieler,

00:38:46: die da die Spiele spielen?

00:38:47: Genau!

00:38:47: Da hat man schon zehn mal solche Szenen gesehen wie einer einen Amurks und dann sagt man ja das ist ja wie beim Spiel so und so es ja nicht mehr so schlimm, das kennen die doch alle schon.

00:38:57: aber dass auch eine Kritik von den Forschern sagen sie haben da einen routinierten Spieler vor Augen vielleicht ein mit Anfang zwanzig der das alles schon kennt.

00:39:07: Aber Sie haben nicht den den psychisch labilen Spieler mit fünfzehn vor Augen denen das alles irgendwie wie völlig durcheinanderbringt, der das Spiel eigentlich gar nicht spielen durfte.

00:39:17: Aber das ist nicht im Blick dieser Kollegen.

00:39:20: Das ist sehr bedauerlich, dass sie diesen Blick nicht haben die Kollegen aus dem Institut hatten diesen fachlichen Blick, weil es waren alles Psychologen, die das gemacht haben.

00:39:30: und das ist unsere Kritik am System, dass zu wenig Spiele mit hohem Gewaltpotenzial an den Bundeszentralen nach Bonn gelangen um dort eventuell indiziert zu werden.

00:39:41: Denn die Kriterien dafür sind sehr klar, da gibt es ja den Jugendschutzparagrafen Nummer fünfzehn.

00:39:49: Aus dem könnte ich auch noch mal zitieren damit Sie wissen also unser Land von Gesetzen ist gut aufgestellt.

00:39:54: das ist in vielen anderen Bereichen außer die Gesetze werden oft nicht umgesetzt.

00:39:58: und Gesetzen sind toll wie wir haben zum Beispiel was diese Paragraf Fünfzig benennt jugengeferdende Trägermedien.

00:40:07: Und da zitiere ich kurz, was da eigentlich verboten wäre.

00:40:11: Den Bestränkungen des Absatzes eins unterliegen.

00:40:15: Absatz eins heißt diese Medien dürfen nicht in Verkauf gebracht werden also Medien die den Krieg verherrlichen dem Menschen darstellen die sterben oder schwere körperliche und seelische Leiden ausgesetzt sind dann Szene mit besonders realistischer grausamer reiserischer Darstellung selbst zweckhafter Gewalt beinhalten die das Geschehen beherrschen.

00:40:37: und Fünftens, die offensichtlich geeignet sind.

00:40:40: Die Entwicklung von Kindern Jugendlichen oder ihrer Erziehung zu einer eigenverantwortlichen gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu gefährden.

00:40:47: Und das ist nach unserer Ansicht bei vielen dieser Gewaltspiele der Fall so dass bei einigen die jetzt im Handel sind eigentlich eine Indizierung der bessere Weg gewesen wäre.

00:40:57: dann hätte man die Jugendlichen schützen können was jetzt nicht mehr möglich ist wenn die verfügbar sind.

00:41:04: Weil ich meine, das was Sie jetzt vorgelesen haben wenn man es auf den Ego-Shooter anwendet müsste man ja fast die Frage stellen ob der nicht eigentlich verboten sein müsste?

00:41:13: Viele dieser Spiele müssten tatsächlich verboten werden weil sie zeigen ja extreme Gewaltdarstellung mit Handlungen die im realen Leben als Straftaten gelten Und deswegen besteht hier eine Jugendgefährdung aus unserer Sicht.

00:41:29: Es dürfte nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen gelangen, so etwas.

00:41:34: Was ist jetzt ihr Erlebnis damit als Eltern?

00:41:37: Wie gehen Eltern mit dieser Herausforderung um?

00:41:41: Das hat sich im letzten Jahrzehnten wahnsinnig viel getan.

00:41:44: Ich erlebte es auch bei den Menschen, die ich kenne, beim Jugendliche als Wahnsinnigen sorg eigentlich dahin.

00:41:52: die sie vielleicht doch, die zu ihm kommen.

00:41:54: Wie gehen die damit um?

00:41:54: Oder wie sollten die damit auch umgehen?

00:41:57: Wenn die merken, wo mein Kind jetzt vielleicht Spiel oder Internet sucht ... Also kommt in den Bereich der für Sie schwierig aussieht, wo sie denken, oh hier passiert was nicht Gutes.

00:42:09: Ja, kluge Frage.

00:42:12: Erst mal versuchen wir ja Eltern zu beraten so früh wie möglich.

00:42:18: Wir haben so ein Präventionsprogramm.

00:42:19: zum Beispiel Ich gehe in Schulen und berate Eltern, wann überhaupt der richtige Zeitpunkt ist ein Handy zu kaufen.

00:42:27: Ein Smartphone mit Internetzugang.

00:42:28: Unsere Empfehlung ist das nicht vor dem dreizehn-viertzehnten Lebensjahr zu tun an einem Grundschulaltermöglichst gar nicht sondern nur einen Tastenhandy wo es nicht ins Internet hineinkommt.

00:42:40: Das ist schon sehr schwierig umzusetzen weil viele haben im Grundschuleiter schon ein Handy Mit Internetzugange, das sollte eigentlich so nichts sein vielen riesigen Türen Tor geöffnet.

00:42:52: Wenn es denn passiert ist und die Eltern bemerken da kritischen Medienkonsum, sie müssen natürlich mit dem Kind drüber reden und sie sollten von Anfang an erst mal klarstellen was überhaupt erlaubt ist mit diesem Gerät das Sie dem Kind ja irgendwann mal geschenkt haben.

00:43:07: Also mit dem Schenken des Gerätes schon klar sein was es damit darf und was es dann nicht darf.

00:43:12: also da fehlt es oft an Regeln von vornherein.

00:43:15: Es ist irgendwie so ein Freiraum entstanden weil darüber nicht geredet wurde.

00:43:19: Man kann diese Regeln auch im Nachhinein etablieren und sagen, ja mir gesehen du hast dir die Sachen gemacht an dem Handy.

00:43:25: Das finden wir nicht gut.

00:43:26: Dann müssen wir jetzt mal ein paar Regeln etablieren.

00:43:29: Und das dürfen sie natürlich auch.

00:43:31: Sie können es Geräte auch wegnehmen vorübergehend immer noch die Eltern.

00:43:35: Ja dann müsste eben klargestellt werden was erlaubt ist und was nicht erlaubtest.

00:43:42: Jetzt muss den Kindern auch erklärt werden warum das gefährlich ist, was sie da machen?

00:43:46: Die haben oft nicht den Blick für die Gefahr die bagatellisieren das.

00:43:51: Ich mach doch meinen Kumpel so und so, macht das auch.

00:43:54: Und es ist aber auch von Ärzten nachgewiesen worden, dass ihm zu häufiger, zu langer Konsum nächtlicher Konsum wirklich die Gesundheit gefährdet der Kinder.

00:44:04: Also diese viele ... Diese Hand-Augekoordinationen, diese kleinteiligen Sachen im Handy, das ist ein winziger Bildschirm.

00:44:12: Das ist anstrengend fürs Auge.

00:44:14: Wenn man sich dazu lange mit beschäftigt, wenn dann die Inhalte noch gefährlich sind, dann kann man wirklich einen Jugendlichen sehr viel Schaden zufügen.

00:44:22: So wenn die Eltern das den Kindern erklären und auch mit denen wissen was die Fachleute da haben begreifen sie es dann langsam auch und es muss ihnen alternativ angeboten werden.

00:44:32: Da müssen eben die Eltern sich auch mal mehr Zeit nehmen für das Kind und sagen komm dann lass uns einmal etwas gemeinsam spielen.

00:44:38: Dann kann man ruhig auf die alten bewährten Brett oder Kartenspiele zurückgreifen und sagen dann machen wir immer das was ich früher gemacht habe lasst uns ein Tisch setzen Und wir spielen was zusammen.

00:44:49: Überhaupt Zeit mit dem Kind zu verbringen, Kinder sind ihnen offenstück verloren gegangen und so eine Eigenwelt abgetaucht.

00:44:55: Die müssen sie zurückgewinnen in einer echten Beziehung wieder aufbauen.

00:44:58: Dann wird das auch weniger mit diesen kritischen Medienkonsum.

00:45:04: von zu Hause nach Berlin gefahren, für den Dreh hier und hatte mich nochmal belesen.

00:45:09: Und ich hatte so ein Zitat von Ihnen gefunden.

00:45:12: im Gegenteil durch die meist stille Beschäftigung mit diesen Medien werden die Eltern von der Aufgabe befreit sich mit ihren Kindern zu beschäftigen was vieler als Entlastung erleben.

00:45:23: Dann sitze ich im Zug und sehe halt eine Mutter mit einem kleinen Kind also zwei Jahre Und die Mutter hat einfach keine Lust mehr, also ohne einen Vorwurf.

00:45:31: Das war einfach so und setzte das Kind vor dem Telefon im ICE mit Kopfhörern und die Mutter konnte endlich mal sozusagen die Augen zu machen.

00:45:40: Ist das eine der großen Motivationen?

00:45:43: Warum Kinder- und Jugendliche frühzeitig vorn im Wildschirm landen?

00:45:46: Würde ich schon sagen ja.

00:45:48: Ich denke, dass haben sie richtig erkannt, dass es Entlastungseffekte hat für die Eltern Solange das kindgemäße Inhalte sind, gibt ja auch genügend Filmchen und Spielchenhäse.

00:46:02: Die kann man im Kind schon zeigen weil sie jetzt nicht so schlimm sind.

00:46:06: Kann man da auch noch mal Auge zudrücken und sagen Ja gut wenn diese Mutter so erschöpft ist dass ihr keine Zeit für ihr Kind hat bevor es schreit und irgendwie Blödsinn macht Ist nicht ganz ideal.

00:46:16: aber würde ich sagen Das geht noch Schön ist es nicht?

00:46:21: ein Bilderbuch wäre besser.

00:46:23: Vielleicht langweilt sich das Kind in den Bildern.

00:46:25: Das

00:46:25: war jetzt auch kein Vorwurf, ich fand es so eine Situation, was so symbolträchtig

00:46:29: ist für

00:46:30: eine Entwicklung die ich gegenwärts wahrnehme?

00:46:32: Natürlich!

00:46:33: Und da wollte ich auch Sie nochmal fragen bei meinem Eindruck ist das Smartphone war wie ein Game Changer.

00:46:38: noch mal haben sie das in Ihrer Praxis und auch in der Forschung erlebt dass wirklich mit dem Smartphone noch einmal etwas ganz anderes aufgegangen ist?

00:46:45: Ja das stimmt.

00:46:45: das ist so weil das ist ein mächtiges Instrument.

00:46:52: Ein Polizeikommissar, der in Schulen Aufklärungsarbeit macht.

00:46:56: Der beginnt seine Vorträge indem er das Ding zeigt und sagt Das ist eine Waffe!

00:47:04: Und das stimmt natürlich auch weil es kann zu einer Waffe werden mit dieses Gerät.

00:47:10: Ich kann damit Menschen seelisch kaputt machen wenn ich das will.

00:47:17: Erst mal ist es Tür und Tor geöffnet, für alles was im Internet stattfindet.

00:47:21: Das kann in diesem Smartphone auch erscheinen!

00:47:24: Das geht ja ganz fix.

00:47:25: Wir wissen ja wie das geht... Sie können sogar die Webseite reinsprechen, was sie da gerne sehen wollen.

00:47:31: Es wird ihnen alles aufgeblättert.

00:47:32: Und das erkennen Kinder auch sehr schnell und es gibt auf den Reiz des Verbotenen sich dann mal Sachen anzugucken, die vielleicht ein bisschen heikel sind.

00:47:41: ganze Bereich von Pornografie und Gewalt usw.

00:47:44: Es geht alles super schnell, man kann auch selber.

00:47:47: Kinder können sogar im Bereich von Straftaten gelangen wenn sie irgendwas zugeschickt bekommt zum Beispiel im Bereich der Kinderpornographie und sie reichen das weiter dann sind Sie Straftäter geworden in diesem Moment ja?

00:47:59: Wenn man also kriminelle Inhalte weiter reicht dann ist das Gesetzeswidrig.

00:48:05: das wissen manche Kinder gar nicht.

00:48:07: Aber die werden zugemüllt damit.

00:48:09: Es gibt dieses tolle Buch von der Lehre in Silke Müller, wir verlieren unsere Kinder.

00:48:14: Da hat sie mehrere Beispiele geschildert was alles so aufploppt bei den Kindern in ihrer Schule.

00:48:19: das ist einfach furchtbar und sie zum Glück hat sie sich das Vertrauen der Jugendlichen erworben dass sie denn zu ihr gehen und sagen Gungsumma Frau Müller was soll ich jetzt machen damit?

00:48:30: Die haben dann zwischengelernt einen ganz klugen Umgang damit zu finden.

00:48:34: aber es ist eine gewaltige Aufgabe diesen Gefahren und Widerigkeiten des Netzes zu trotzen.

00:48:40: Und die Kinder müssen da sehr, sehr viel lernen sich wirklich abzugrenzen und rauszufiltern was sie überhaupt sehen wollen, was sie nicht sehen wollen.

00:48:49: Das ist eine riesige Aufgabe für die Eltern ja eben auch, dass die Kinder damit begleiten müssen.

00:48:56: Und ja selber oft nicht diese Erfahrungen als Kind hatten!

00:48:58: Sie müssten ja etwas begleiteten,

00:49:00: das

00:49:00: sie selber nie ... Händen mussten in dem Alter, ne?

00:49:04: Das stimmt.

00:49:05: Sie haben also nicht diese jugendlichen Erfahrungen wo der Druck vielleicht da ist dazu zu gehören und irgendwelche Sachen zu konsumieren die man eigentlich nicht konsumiert sollte.

00:49:15: aber sie haben einen Vorteil dass sie sie sind nicht beschädigt worden durch das Medium ihrer Jugend.

00:49:22: Da haben sie was den Kindern voraus, weil Sie sagen können ich habe einen erwachsenen Umgangalern mit dem Medium.

00:49:29: Mit gewissen kognitiven Ressourcen die die Kinder noch nicht haben.

00:49:33: Die Erwachsene sind kritischer... können ihn besser rausfiltern, können schneller erkennen.

00:49:38: Wer ruft mich da an?

00:49:39: Den kenn ich gar nicht, drück ich weg, will ich nicht

00:49:41: haben.".

00:49:42: Was ist das für eine Werbung, brauche ich nicht.

00:49:46: So schnell sind die Kinder nicht!

00:49:47: Die sind neugierig und sagen was ist was interessant, guck ich mir mal an... Und diese Neugier ist halt gefährlich weil das sind ja auch die Tricksterwerbeleute dass sie sich so einschleichen wollen in die Züchen der Nutzer.

00:50:00: Das durchschauen die Kinder und Jugendlichen leider nicht zu gut.

00:50:03: Da sind die Erwachsenen ein Stück besser dran.

00:50:07: Vielleicht noch eine Sache, die haben Sie mir auch zugeschickt als Punkt Vorbilder und Identifikationsfiguren?

00:50:13: Ich darf eine persönliche Erfahrung sagen.

00:50:17: Jedes Jahr ... Seit vielen Jahren gehe ich mit Kindern in den Wald.

00:50:22: Die sind einfach nur im Wald und machen da Schnitzen, Feuermachen.

00:50:27: Es gibt keine Telefone, es gibt keine elektrischen Geräte.

00:50:30: Und wir machen Dinge auch explizit so, wie sie sich vielleicht in manchen Spielen oder so erwarten oder sehen würden.

00:50:37: Also was die da reizt, also Abenteuer, Selbstwirksamkeit und seitdem ich das mache erlebe ich immer, wie Sie darin aufgehen.

00:50:46: und habst du selber diese These, dass sozusagen die Spieleindustrie genau weiß welche Archetypen, welche Bilder, welche Entwicklungsschritte Kinder eigentlich suchen und machen wollen?

00:50:56: Ja!

00:50:57: Und Identifikationen und Vorbild ist natürlich ein Riesenthema Und das finde ich auch spannend, dass Sie es gesagt haben.

00:51:02: Weil sozusagen ... Ich denke mir immer okay also wenn unsere Kultur und unsere Gesellschaft den Kindern nichtes Angebot macht was sie bräuchten um sich zu identifizieren oder Vorbilder zu haben suchen sie sich weil sie brauchen's als Kind?

00:51:14: ja

00:51:14: und ist das dann da wo die Spieleindustrie reinspringt?

00:51:18: Weil da so ein Mangel herrscht?

00:51:19: oder wie erleben Sie das?

00:51:23: Das ist richtig, was Sie sagen.

00:51:24: Im Vorbilder geht es immer bei Kindern und Jugendlichen.

00:51:27: Und es muss auch Vorbilden außerhalb der Familie geben.

00:51:30: Das ist wichtig.

00:51:32: Man findet Mama und Papa am Anfang natürlich toll aber in der Jugendzeit fängt man sich ja schon an so ein bisschen distanzieren und sagt sich na also so wie mein Vater möchte ich aber nicht werden.

00:51:41: Der hat auch negative Eigenschaften.

00:51:42: Da suche ich mir mal ein anderes Vorbild.

00:51:45: das ist da völlig in Ordnung.

00:51:47: Aber es sollte eben idealerweise in der sozialen Umgebung des Kindes solche Menschen geben, dass das meinetwegen sagen kann.

00:51:53: Dieser Lehrer ist eigentlich auch ein fitter Typ.

00:51:55: Dann gucke ich mir was von dem ab oder der Trainer den ich da habe im Verein.

00:51:59: Der ist auch cool!

00:52:01: So dann funktioniert das, dass man sich so mit anderen realen Menschen identifiziert und denen irgendwie nachreift hat.

00:52:09: Aber wenn statt dieser realen Menschen plötzlich nur nach Internetfiguren diese Rolle ausfüllen, dann wird es kritisch.

00:52:16: Weil die sind weit weg.

00:52:17: Die leben vielleicht Lebensstile ... weil sie reich sind oder sonst was, wo ein Kind nie hinkommen kann.

00:52:25: Das sind mitunter auch unrealistische Vorbilder.

00:52:28: Diese ganzen Influencer und Hochleistungssportler, also Fußballer klar, das sind auch Vorbildern.

00:52:34: Aber wer schafft's denn von den kleinen Kickern?

00:52:37: mal zu einem Bundesliga-Verein zu kommen.

00:52:39: Das ist ein verdammt harter Weg und da kommen viele vielleicht gar nicht an, also man muss sich auch Vorbilder suchen die irgendwie real sind und den man so weit nacheifern kann und sagt das könnte ich auch erreichen was der erreicht hat.

00:52:56: Und es finde ich toll was sie dann machen mit dem Wald oder sowas.

00:52:59: Es hat einen Hauch von Abenteuer, das finde ich genau richtig.

00:53:03: darum geht's ja auch in dem Alter Jugendvereine, es gibt ja auch Freizeiten die das sozusagen bei Inhalten kämpfen in der Natur.

00:53:14: Lagerfeuer machen, Boot fahren, Zelte aufschlagen Klettern an irgendeiner Felswand alles tolle Sachen nachts durch den Wald laufen Tiere beobachten genau darum geht's also es geht um reale Erfahrung mit der Natur mit dem Wetter mit der Landschaft mit anderen Menschen.

00:53:32: Das reicht eigentlich völlig aus.

00:53:34: Das kann das virtuelle im Grunde gar nicht ersetzen, das ist viel besser, dass ein realen Welt zu erleben.

00:53:41: Ein reales Vorbild, ein reales Abenteuer zu erlebten als dieses virtuelle.

00:53:47: Vielleicht noch zum Schluss weil Sie auch selber gesagt haben, dass Sie es wichtig finden darüber nachzudenken oder zu sprechen.

00:53:53: was sind eigentlich Empfehlungen?

00:53:55: Sie hatten gesagt für Kinder und Jugendliche aber auch für Erwachsene Und natürlich auch, was ja auch ihren Verein betrifft.

00:54:01: Gremienpolitik... Aber vielleicht sind das zu viel auf einmal?

00:54:04: Was sind jetzt Ihre Empfehlungen?

00:54:06: Vielleicht fangen wir mal den Eltern an!

00:54:08: Weil die damit beschäftigt sind ihre Kinder zu begleiten im besten Fall außer sie kümmert es nicht.

00:54:14: Was würden Sie denen raten?

00:54:17: Erstmal sich sehr viel mit Ihren Kindern wirklich zu beschäftigen.

00:54:21: Ich weiß dass das nicht so einfach ist weil die meisten Eltern sind beruflich stark involviert und haben anspruchsvolle Berufe, die ihnen viel Zeit abverlangen.

00:54:31: Aber sie sollten trotzdem versuchen eben wenn dann wenigstens am Wochenende oder so wirklich eine gute Zeit mit ihren Kindern zu verbringen um damit dieser Kontakt eng bleibt dass die ihn nicht verloren gehen.

00:54:41: ja und über alle es muss der Kanal muss offen bleiben.

00:54:46: du kannst alles mit mir reden was dich belastet betrifft und müssen auch wirklich attraktive Freizeitangebote dabei sein.

00:54:55: Das beim Kind noch so einigermaßen einfach, bei den Jugendlichen wird es immer schwieriger.

00:54:59: Weil die werden anspruchsvoller und wollen vielleicht Sachen machen, die richtig viel Geld kosten.

00:55:02: aber egal muss man sich eben mal durchringen sagen okay dann bezahl ich dir diesen Kletterkurs oder Segelschein oder was immer der Jugendliche möchte.

00:55:12: das ist wichtig dass die Eltern die Jugendlichen begleiten selber Freizeitaktivitäten mit ihnen verbringen oder dafür sorgen, dass sie einen guten Peergrupps landen.

00:55:25: Wo die Eltern loslassen können und sagen okay da in diesem Sportverein bist du gut aufgehoben diesen Theatergrubber bist so gut aufgeroben bei diesen was weiß ich in einer Chor.

00:55:37: also künstlerische Sachen, Sportvereine etc.

00:55:40: Das könnten die Eltern lancieren und dann gehe ich mal mit dir hin das bezahle ich dir auch.

00:55:44: das ist eine gute Sache, Instrumenterlernen etc.

00:55:47: Das sind wichtige Sachen wo die dann schauen müssen dass die Freizeitaktivitäten wirklich förderlich sind für das Kind.

00:55:55: und da kriegt man sie auch weg von den Medien.

00:55:57: wenn die Kinder das haben Wenn sie da Volkserlebnisse haben, Anerkanzeln und so, dann brauchen sie Medien gar nicht mehr

00:56:05: Bei Kinder und Jugend?

00:56:06: Noch eine Sache, die Geräte so spät wie möglich den Kindern zu geben.

00:56:11: Das hatte ich vorhin schon gesagt.

00:56:12: Und

00:56:12: natürlich auch, wo Sie gesagt haben mit dem Dreizehnundvierzig, es gibt jetzt in Spruch No Screens Before Teens...

00:56:18: Genau!

00:56:18: ...aber dazu gehört ja zu dieser einfachen Aussage, die Enttäuschung, die Frustration des Kindes oder Jugendlichen auszuhalten diesen Wunsch nicht zu erfüllen.

00:56:26: Richtig,

00:56:26: genau.

00:56:26: Und das würde sogar noch besser gelingen wenn die Eltern sich zusammenschließen wollen.

00:56:31: Es gibt den Buch von Nina Kolleck, ein sehr schönes Beispiel.

00:56:33: Eine Mutter aus Schleswig-Holstein hat es geschafft die Eltern einer ganzen Klasse zu überzeugen dass den Kindern vor dem dreizehn Lebensjahr kein Smartphone gekauft wird.

00:56:43: Wow!

00:56:44: Das ist richtig klasse.

00:56:45: also da hat's mal eine Elternschaft geschafft sozusagen der der Industrie die Stirn zu bieten und sagen wir wollen das nicht für unsere Kinder.

00:56:52: Super Beispiel für mich!

00:56:53: Und

00:56:53: dann fällt weg, dass die Kinder denk ich verpasst.

00:56:56: was?

00:56:56: Dann gibt es keine Night-Debatten, da hat kein Kind so ein Gerät und das ist das allerbeste.

00:57:00: Ja, wirklich einfach ja.

00:57:02: Also sehr spät.

00:57:03: diese Geräte installieren wenn überhaupt eine Handy im Grundschulalter dann eins nur mit Tasten oder SMS aber ohne Internetzugang.

00:57:10: Da würde ich gern kurz einhaken und fragen, was Ihrer Erfahrung ist.

00:57:12: Es gibt ja auch die Dynamik, wenn man Kindern etwas nicht gibt, das sie unbedingt wollen?

00:57:16: Dass Sie irgendwann überkompensieren werden, sich's dann doch kriegen.

00:57:19: Gibt es dazu schon irgendwie Erkenntnisse, dass man sagt, oh alle durften ... Ich hab's erst mit vierzehn und deswegen bin ich jetzt so Mega-Gamer geworden.

00:57:27: Gibst du diese Dynamik auch?

00:57:28: Das ist mir neu!

00:57:29: Das habe ich so noch nicht gehört.

00:57:31: Okay.

00:57:31: Interessant zu ...

00:57:32: Wäre für mich interessant, weil ich kennen genügend Fälle...

00:57:34: Ich als Tese mal mitnehmen.

00:57:35: Du hast

00:57:35: verboten

00:57:36: wurde?!

00:57:38: Das

00:57:38: Verboten hatte noch die besondere Energie des Verbotenden.

00:57:41: Und als es dann da war, der Überkonsum.

00:57:45: Aber wenn die Freizeit der Kinder bis dahin gut ausgefüllt ist und sie haben Spaß an dem was sie tun dann wird es auch nebensächlich das Gerät.

00:57:56: Man kann ja ein glückliches Kind sein ohne dieses Handy, das geht wirklich!

00:58:01: Die müssen irgendwas finden was sie richtig mit Leidenschaft tun und dann ist es ihnen egal ob die anderen da was konsumieren oder nicht.

00:58:08: Und da haben Sie immer noch genügend Kontakt zu den Mitschülern.

00:58:11: Weil es gibt ja auch andere Kinder, die zum Beispiel gerne Musik machen, gerne Fußball spielen

00:58:15: etc.,

00:58:15: dann haben sie doch Kontakt mit denen!

00:58:17: Dann sind die Gamer für sich eigentlich unwichtig in dem Moment wo sie eine reale gute Peergruppe haben.

00:58:22: Ja

00:58:23: und was sagen Sie Kinder und Jugendlichen?

00:58:26: Den würde ich sagen lasst euch Zeit mit diesen Geräten, die klauen euch viel viel Zeit.

00:58:34: Und die Zeit sollten die Kinder und Jugendlichen nutzen, um ihre Talente zu entdecken.

00:58:38: Und sie haben die alle!

00:58:40: Es gibt so viele Tätigkeiten, Dinge, die spannend und interessant sind... ...und es gibt auch von jedem Kind ein Talent, was das hat.

00:58:50: Da bin ich überzeugt für ihn.

00:58:51: Manche haben ja dann ein bisschen Krisen, weil sie vielleicht nicht so gut Fußball spielen können oder... Dann sollte etwas anderes probieren.

00:58:58: Oder auch vielleicht Kinder und Jugendliche, die ein bisschen adipöser sind.

00:59:02: Nicht so sportlich wie andere.

00:59:03: Dann sollen sie halt Billiards spielen oder Dat oder sowas mit Geschicklichkeit oder Schach.

00:59:08: Es gibt so viele wunderbare Freizeitbeschäftigungen.

00:59:12: In jedem Kind und Jugendlichen schlummert ein Talent in diesem Bereich.

00:59:16: Und das können Sie nur entfalten, wenn sie sich von diesen elektronischen Medien ein Stück fernhalten.

00:59:21: Diese Talente im künstlerischen und sportlichen Bereich sind vielförderlicher für die seelische Entwicklung als dieses ganze Elektrik.

00:59:30: Das ist wahrscheinlich

00:59:31: auch für die Körper der Entwicklung?

00:59:32: Viel besser!

00:59:33: Es fördert den Körper, es fördert dem Geist, wird die Geselligkeit.

00:59:36: also gemeinsam Kunst machen, eine Bandgründen musizieren Sport machen, gemeinsam spielen an einem Tisch.

00:59:46: Es ist viel besser als diese ganzen elektronischen Sachen und wenn Sie das also begreifen dass sie da eigentlich ein Gerinn davon haben wird sich auf diese Sachen verzichten dann würde es ihnen besser gehen.

00:59:57: Das ist eben leider der Erfolg dieser Industrien, dass sie von den Scheinbedürfnissen gezüchtet haben und denen ich vorhin sprach so Sie kennen sicher diese vier auf Fomo an, diese Angst was zu verpassen.

01:00:11: Vier auf Missing Out?

01:00:12: Genau das ist das, was ich meine.

01:00:14: Das ist bedauertlich dass die Kinder sowas entwickelt haben aber sie verpassen eigentlich nichts wenn sie noch eine ganze Weile auf sein Handy verzichten und einfach andere Sachen machen die noch viel mehr Spaß machen als das.

01:00:27: Und sie hatten auch gesagt erwachsene Gamer d.h.

01:00:29: also wie ist es da?

01:00:31: Ist alles ähnlich wie mit den Kindern und Jungs?

01:00:33: Die

01:00:33: sind mitunter Die haben zumindest meistens diese Ramungskompetenz, die können schon ganz gut unterscheiden.

01:00:40: Jetzt spiele ich jetzt gehe ich auf Arbeit und soweit das traue ich den meisten zu.

01:00:44: Trotzdem verwenden sie auch viel Energie in diese Sachen.

01:00:48: Das kann auch eine Sucht abgleiten ja.

01:00:51: Und was soll man dazu sagen?

01:00:58: Da gelten ja diese Verbote im Prinzip nicht mehr.

01:01:01: ist es okay, die meisten können damit umgehen Aber sie verlieren auch viel Zeit, wo ich der Meinung bin die könnten auch sinnvollere Sachen machen.

01:01:10: Die haben sich da... Das ist auch nicht gesund wenn man zum Beispiel einen Job hat, wo man den ganzen Tag sowieso schon am Computer sitzt.

01:01:16: Manche von denen sind ja vielleicht auch im Internetbranche tätig und dann auf Freizeit auch noch so was zu machen.

01:01:22: das ist zum Beispiel sehr ungesund.

01:01:23: also würde ich dann auch raten sucht euch da lieber was mit Bewegungen, mit Aktionen in der Freizeit als schon wieder vom Bildschirm zu setzen.

01:01:32: Es fördert nicht die Regeneration.

01:01:35: also da kann man sich eigentlich nicht gut erholen dabei so anstrengend für die Augen und so weiter.

01:01:40: Verzicht bringt da manchmal mehr und als immer dabei zu bleiben.

01:01:48: Bevor ich jetzt Frage zur Politik noch eine Sache, die mich interessiert... Für mich ist es so Meine These wäre ja hinter einer Sucht steckt irgendwie eine traumatische Erfahrung oder ein Schmerz, oder irgendetwas.

01:02:04: Ist es deshalb nicht so schwierig zu sagen mach doch mal lieber das als Vorschlag wenn?

01:02:09: wahrscheinlich steckt doch hinter dem Suchtverhalten etwas was so unangenehm ist was derjenige nicht anfassen möchte und deswegen hatte doch ne Sucht entwickelt.

01:02:19: wie ist damit der Umgang?

01:02:20: Wie kommt man zu diesem eigentlichen Kern?

01:02:23: Das ist sehr, sehr schwierig.

01:02:27: Ich glaube dass viele sich sowohl fühlen im Internet und mit diesen weil es eine gewisse Schutzzone darstellt.

01:02:34: also erst mal man kann mit jemand kommunizieren und das kann auch sehr privat sein und sagen wenn man da gewisse Regeln beachtet dass dass man das nicht mit den Eltern besprechen muss und nicht mit dem engsten Kumpel vielleicht da irgendwie denkt ich kann das Thema hier besser parken.

01:02:50: jetzt ist ja noch geheimer als der reale Kontakt.

01:02:54: Allerdings bei traumatischen Erfahrungen ist es so, dass das kann man nur am direkten Kontakt auflösen.

01:03:02: Also das Internet ist kein therapeutisches Forum.

01:03:05: Das funktioniert nicht.

01:03:06: also Therapie findet im ein zu einsetigen Stadt sowie wir jetzt hier sitzen und da muss man reden.

01:03:12: was anderes hilft dann nicht.

01:03:14: oder eine Gruppe beispielsweise?

01:03:16: aber Das Netz, das kann.

01:03:17: natürlich gibt's sogar Hilfangebote auch im Netz.

01:03:20: Ja, das stimmt!

01:03:21: Kann ein Krisentelefon anrufen und gibt vielleicht auch einen Berater den ich im Netz finde.

01:03:26: aber der reale Kontakt ist eigentlich der eigentliche der hilft und muss man ran an dieses Trauma.

01:03:31: es tut manchmal sehr weh es kann sehr anstrengend sein aber die einzige Möglichkeit das wirklich aufzulösen und damit die Ursache für ein süchtiges Verhalten wirklich zu löschen das geht nur in der Therapie.

01:03:45: Und vielleicht ganz zum Schluss noch Ihre Empfehlung für Gremien und die Politik, hatten Sie, glaube ich, zu mir gesagt?

01:03:51: Ja.

01:03:52: Heikles Thema also.

01:03:55: wir haben da kleine Fortschritte erzielt als der Verein hatte immer ein Problem mit der Politik und den Gremieren.

01:04:00: Das war von Anfang an so.

01:04:01: Die Forscher weiß

01:04:03: z.B.,

01:04:04: mit dem ich noch gut in Kontakt bin, der bemängelt das es von Anfang auf so war.

01:04:09: Und das finde ich auch ein Stück recht.

01:04:11: Ich habe mich ja ein bisschen gefreut in der Corona-Zeit darüber, dass da Wissenschaftler plötzlich mal ernst genommen wurden von der Politik.

01:04:19: Da haben Ärzte uns ja Empfehlungen gegeben am Fernsehen, sie erinnern sich was man tun sollte um diese Krankheit zu vermeiden.

01:04:26: Nicht

01:04:26: alles davon war korrekt?

01:04:28: Aber immerhin Sie haben nicht selber geredet und gesagt hier ist ja Dr.

01:04:31: Sohn so, der soll Ihnen jetzt mal erklären warum es eine Maske braucht ne Impfung gut ist etc.

01:04:36: Das gleiche wünsche ich mir für den Bereich der Sozialwissenschaften und Psychologie.

01:04:39: auch wir haben ... sehr, sehr viele, sehr gute Wissenschaftler in diesem Land.

01:04:44: Die dazu wirklich tolle Arbeit gemacht haben.

01:04:47: Sie werden leider in vielen Bereichen von der Politik ignoriert und nicht ernst genommen.

01:04:52: Das finde ich sehr bedauerlich.

01:04:54: Und gerade in diesen Bereich der Einstufungssysteme haben ja so Kollegen wie dieser Christian Pfeiffer, der jetzt schon emmeritiert ist klare Forschungsergebnisse geliefert und auch Empfehlungen geliefert an die Politik.

01:05:11: Aber sie werden nicht umgesetzt, ja?

01:05:13: Das wird alles abgeschmettert.

01:05:14: unser Bauernwennig so wie wir es machen ist also richtig.

01:05:18: vielen Dank für den Hinweis.

01:05:19: Nicht nötig Wir wissen was wir tun.

01:05:21: das finde ich sehr schade.

01:05:22: Also dass man gibt's eine große kluft zwischen der politik unter wissenschaft.

01:05:26: Ich wünsche mir dass diese klucht geschlossen wird.

01:05:29: Es gibt leichte positive signale.

01:05:31: zum beispiel letztes Jahr haben wir ein Video Call gehabt mit Vertretern des Ministeriums, Bundesjugendministerium und Familienministerium.

01:05:43: Eine Mitarbeiterin und einem Vertreter der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz Frau Schiffer diese zwei Personen und ich.

01:05:50: Und das war ein konstruktives Gespräch fand ich sehr gut.

01:05:53: Es waren so ein leichter Anfang dass man sich doch ein bisschen angehört.

01:05:57: wir hatten dann auch angeregt eine Tagung mal zu machen in diesen Bereichen.

01:06:02: Das hat leider noch nicht stattgefunden, das ist jetzt meine Hoffnung.

01:06:05: Dass man die verschiedenen Akteure mal wirklich an ein Tisch bekommt um diese schwierigen Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.

01:06:13: Vielleicht dann auch ein Hinweis weil wir hier also in diesem Ort saßen Dutzende mittlerweile Wissenschaftler zum Thema Corona und sie sagten jetzt gerade Sie freuten sich dass Wissenschaftler zu Wort kamen aber Es kam auch ganz viele Wissenschaftler nicht zu Wort und wurden nicht ernst genommen.

01:06:31: Das, was Sie jetzt selber bemängeln hat bei Corona auch stattgefunden.

01:06:34: Nur es weiß fast niemand weil sie eben niemals zu Wort kamen.

01:06:37: Deswegen erlebe ich eine gewisse Ähnlichkeit.

01:06:40: wir haben hier sehr viele Top-Wissenschaftler interviewt ihr einfach niemand hören wollte und die die Politik absichtlich nicht hören wollte aber ist ein anderes Thema.

01:06:47: Wollte ich nur mal erwähnt haben.

01:06:48: das würde sich lohnen wenn sie Zeit haben hier reinzuschauen.

01:06:51: hier waren Immunologen Kliniker Radiologen Pulmonologen also die Fachleute.

01:06:57: Trotzdem ein anderes Thema, aber ähnliche Dynamik.

01:07:00: Wollte ich Ihnen jetzt danken für diese Einführung und für dieses breite Feld?

01:07:04: Und vielleicht zum Schluss noch so die frage-offene Frage gibt es noch irgendwas wo Sie meinen das sollte man zu der Mediengewalt noch

01:07:10: gesagt

01:07:11: haben, haben wir nur gestriffen?

01:07:12: wollen sie noch los werden?

01:07:13: sollte der Zuschauer mal gehört haben bevor verschließen.

01:07:17: Ich glaube wir haben schon sehr viel gestriften von dem ganzen Bereich.

01:07:22: also Die Gefahr dieser Medien habe ich ausführlich dargestellt.

01:07:27: Das sollte man nicht unterschätzen, die ist weiterhin gegeben besonders bei den Computerspielen.

01:07:37: Also zurück zu dem körpernahen Sinn Kontakt machen mit Menschen Realkontakt.

01:07:44: Die Medien schaffen oft Distanzen, die nicht förderlich sind.

01:07:49: wenn man wirklich Was klären will in seinem Leben, was erleben will braucht man realen Kontakt.

01:07:55: Medien sind Ablenkungsmanöver.

01:07:59: Ab und zu mal einen guten Film im Kino ist okay

01:08:01: oder ein gutes Gespräch?

01:08:03: Sowas genau wunderbar!

01:08:07: Dann danke ich Ihnen sehr dass Sie sich die Zeit genommen haben und weiterhin alles Gute für den Verein

01:08:13: Dankeschön.

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