«Deutsche Medien und der Genozid in Gaza»

Shownotes

Der Journalist und Autor Fabian Goldmann hat seine umfangreiche Recherche zur Berichterstattung deutscher Leitmedien zum Thema Gaza und Israel in einem Buch zusammengefasst. Der Titel seines im März 2026 erschienenen Werkes lautet »Staatsräsonfunk«.

Goldmann, den ich bereits im Herbst 2025 interviewt habe, fasst in seinem Vortrag knackig zusammen, was bezüglich der Berichterstattung zu Gaza im deutschen Medienmainstream falsch läuft. Seine Medienkritik ist auch deshalb wesentlich, weil ähnliche dysfunktionale Mechanismen auch bei anderen politischen Themen dazu führen, dass der Journalismus nicht mehr ausgewogen, faktentreu und vor allem machtkritisch berichtet. Ein Blick auf ein gesellschaftlich sehr heiß diskutiertes Thema wie den Gazakrieg lohnt sich daher, um den Zustand des Journalismus in Deutschland besser zu verstehen. Der Vortrag fand am 23. April in Eberswalde statt.

Artikel: https://www.barucker.press/p/medien-gaza-goldmann-staatsraesonfunk
Webseite Fabian Goldmann: https://fabiangoldmann.de
Produktion: https://www.screen-talk.de
Produktionskosten: 1700 €

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© 2026 Bastian Barucker

Transkript anzeigen

00:00:00: Israel hat jedes Einzige der thirty-fünf Krankenhäuser im Gasserstreifen teilweise oder ganz zerstört.

00:00:07: In keinem einzigen Fall ließ sich.

00:00:10: gibt es glaubwürdige unabhängige Berichte, dass da irgendwo eine Hamas Kommandozentrale drunter gewesen sein soll.

00:00:18: Journalismus, der sich von Kriegsparteien vereinnahmen lässt wird im schlimmsten Fall eben selbst Teil vom Kriegspropaganda und Journalisten dir ihrer Rolle als kritische Wächter von Politik und Macht nicht gerecht werden, die wären eben schnell zu deren Erfüllungsgehilfen.

00:00:36: Ermöglicht durch ihre Unterstützung!

00:00:38: Vielen Dank!

00:00:39: Personen und Perspektiven – Bastian Baruka vor Ort.

00:00:44: Ja vielen Dank für die nette Vorstellung.

00:00:46: wenn man sich so seit zweieinhalb Jahren im Israel-Palestiner Diskurs in Deutschland bewegt ist man so viel Nettigkeit immer noch gar nicht mehr gewöhnt.

00:00:53: Vielen Dank auch an euch, dass ihr alle gekommen seid.

00:00:56: Gerade bei dem schönen Wetter euch in diesen abgedunkelten Raum begeben habt um über so unschöne Themen mit mir zu sprechen.

00:01:03: einmal die fürchterliche Gewalt in Gaza und anderen Teilen der Region, die wir seit zweieinhalb Jahren erleben.

00:01:09: Das andere unschönes Thema ist der Zustand unseres Mediensystems Und vor allem wollen wir darüber sprechen was beide miteinander zu tun haben welches folgenreiche Verhältnis die beide miteinander eingegangen sind.

00:01:23: Damit dieser Abend nicht noch bedruckend wird, als er eh schon ist habe ich mir mal was anderes überlegt.

00:01:28: Und zwar habe ich den ganzen Vortrag in Form von Memes mitgebracht auch damit für jeden was dabei ist hier so ein paar Outtakes die es nicht mehr reingeschafft haben.

00:01:38: diese Memes haben übrigens auch noch einen ganz praktischen Nutzen und zwar helfen sie mir immer wieder zurück zum Thema zu finden.

00:01:46: So Beispiel dieses Bild von diesem Geisterfahrer erinnert mich daran an die drei Punkte, über die ich mit euch sprechen will.

00:01:52: Der erste ist Wann-W und wo ist Journalismus seit dem siebten Oktober eigentlich falsch abgebogen?

00:02:00: Der zweite ist wer sitzt da eigentlich am Steuer und was hat ihn zu dieser Geisterfahrt gebracht?

00:02:05: Und der dritte Punkt vielleicht ist der wichtigste Was können wir tun um ihnen wieder zurück in die richtige Spur zu bringen?

00:02:12: Ich bin übrigens Fabian Goldmann, das habt ihr ja schon erfahren.

00:02:15: Journalist in letzter Zeit irgendwie vor einem Medienkritiker geworden, schreibt seit fünfzehn Jahren für alle möglichen Medien große kleine etablierte Alternative auch viele Medien die ich heute kritisiere.

00:02:26: deshalb muss ich vielleicht eher sagen ich habe mal für sie geschrieben.

00:02:31: Ihr kennt mich vielleicht von Insta oder von meinem Blog Chantal und Icharia oder aus meinem gerade erschienen Buch Staats des Staatsresonfunk Deutsche Medien und der Genozid in Gaza Deutsche Medien und der Genuzid in Gaza.

00:02:44: Vielleicht kennt ihr mich aber auch aus Tweets vom Sprecher der israelischen Armee, Aries Charus-Shalika.

00:02:51: Dessen Armee hat nämlich nicht nur in den letzten zweieinhalb Jahren über zweihundertfünfzig Medienschaffende in Gaza und im Libanon auf dem Gewissen sondern diffamiert auch in Deutschland eifrig Journalisten und Journalistinnen.

00:03:02: Und trotzdem ist er nach wie vor ein beliebter Gast in Medien, Politik und sonst überall.

00:03:09: also Wenn ihr irgendwie von öffentlichen Geld abhängig seid oder nicht im nächsten Verfassungsschutzbericht auftauchen wollt, wäre jetzt eure letzte Chance zu gehen und Chance vertan.

00:03:20: Aber im Ernst also auch darüber welche Folgen solche Diffamierung für den Journalismus haben, darüber will ich mit euch heute sprechen.

00:03:29: Vorher will ich euch aber noch was anderes erzählen nämlich wie es zum Thema kam.

00:03:33: hilft mir netterweise Herr Schallikar, denn mit einer Sache hat er nicht völlig unrecht.

00:03:37: Und zwar schäme ich mich tatsächlich ein bisschen und zwar für viele meiner Journalisten, Kollegen und Kolleginnen Denn als ich nach dem siebten Oktober in den Wochen und Monaten danach die Zeitungseiten aufgeschlagen habe und den Fernseher eingeschaltet hab vor allem aber über die Timelines gesqualt bin Da ging es mir vielleicht auch wie vielen von euch reagiert mit Fassungslosigkeit, mit Unglauben.

00:04:00: Ich stieß da auf Nachrichten Die wirkten als seien Sie einfach aus einem Telegram-Kanal der israelischen Armee kopiert.

00:04:06: Man stieß auf Euphemismen über Schutzzone, begrenzte Gegenschläge präzise Operationen auf mysteriöse Explosionen bei denen irgendwie immer wieder die Täter fehlten und bei den Palästinenser scheinbar einfach so ums Leben kam.

00:04:22: man stieß auch immer neue Hamas Kommandozentralen die zuverlässig immer dort auftauchten wo Israel gerade die Bombardierung von einer Schule oder Krankenhaus rechtfertigen musste.

00:04:31: Man stieß auf die immer gleichen Floskeln von Schutzschilden, Selbstverteidigung.

00:04:35: Israel ist Kampf gegen die Hamas selbst noch zu Zeitpunkten als eigentlich alle führenden Experten Menschenrechtsorganisation dieser Welt längst von dem Genozid an der palästinensischen Zivilbevölkerung sprachen.

00:04:46: Man sties auf einseitigkeiten auch Irreführungen auf Fake News nur auf eine Sache das Stiefmannleiter immer seltener nämlich auf guten Journalismus.

00:04:54: und auf noch ne Sache stieß man immer selter und es war Kritik an all dem Denn auch viele sonst kritische Stimmen waren auf einmal irgendwie verstummt.

00:05:02: Und so dachte ich mir, ja gut dann musst du es halt machen!

00:05:06: Dann habe ich ungefähr ein Jahr in verschiedenen Bibliotheken verbracht und dieses besagte Buch geschrieben... Dabei war mir auch wichtig, nicht einfach nur so ein paar krasse zugespitzte Takes rauszuhauen.

00:05:16: Also das auch aber ist eben alles gut empirisch und systematisch anzugehen.

00:05:20: Ich habe über zehntausend Beiträge von Bildspiegel-Tageschauetatz und Zeit untersucht.

00:05:26: Ich hab hunderte Ausgaben vom Nachrichtenmagazin analysiert.

00:05:29: Vierhundert und siebzig Sendungen der zwanzig Uhr Nachrichten der Tagesschau geschaut.

00:05:33: Wenn es mir aufgefallen hat, dass ich vergessen habe was auszuwerten dann habe ich nochmal vierhundred und siebssendungen der Tagsschau geschau.

00:05:39: Das hat auf jeden Fall seine Spuren hinterlassen, diesen Gong den höre ich immer noch manchmal im Schlaf.

00:05:44: Ein paar von diesen Ergebnissen die ich da gewonnen habe, die will ich euch heute vorstellen.

00:05:50: Ich guck mal kurz wie es mit der Zeit ist.

00:05:53: Na ja das ist immer noch bei der Einleitung.

00:05:57: zurück deshalb zu unserem Geisterfacher und in drei W-Fragen die wir uns für heute vorgenommen haben Was hatte er eigentlich für ein Problem?

00:06:05: Warum macht er das und wie halten wir ihn davon ab?

00:06:08: Und vielleicht zu erkennen, was das Problem bei der real existierenden Ausberichterstattung ist.

00:06:13: Ist es gut erstmal zu wissen, was Journalismus eigentlich im Idealfall sein sollte?

00:06:18: In Journalismus Handbüchern liest man zum Beispiel so Sachen wie Faktentreue, Perspektivenvielfalt, professioneller und präziser Umgang mit Sprache und Bildern, sorgsamere Recherche, Quähenvielfalte auf des Bereitstellen der wichtig notwendigen historischen juristischen politischen Kontexte eines Ereignisses Und auch so Sachen wie gesellschaftliche Verantwortung, Missstände aufdecken.

00:06:39: Die Mächtigen kontrollieren sowas.

00:06:41: Soweit zumindest die Theorie, wie und ob eine Ausberichterstattung in Deutschland seit dem siebten Oktober diesem Anspruch gerecht geworden ist.

00:06:48: das will ich mit euch jetzt kurz anschauen.

00:06:52: Kommen wir zum ersten Punkt Fakten treue!

00:06:55: Mit Schlagzeilen wie diesen machten Ganz viele Medien weltweit am zehnten Oktober auf, schon mal zur Entwarnung für die, die die Story nicht kennen.

00:07:04: Es ist komplett erfunden.

00:07:06: weder gab es vierzig Babys noch wurden sie enthauptet.

00:07:09: Die israelische Fernseherreporterin hat sich die Geschichte mehr oder weniger ausgedacht worauf Sie Verbreitung in der ganzen Welt fand.

00:07:16: Präsent Biden hat sie erzählt im Bundestag wurde vorgetragen In der Bild, bei Lanz, bei Tatsstand.

00:07:25: und diese Geschichte wie viele andere Fake News dieser Zeit prägten nachhaltig auch das Bild von den barbarischen Palästinänzern gegen die eigentlich jede Form der Gewalt recht sei.

00:07:37: Was diese Story allerdings fehlte, war das wichtigste Element für einen jeden Journalisten nämlich irgendeinen Beleg.

00:07:44: Im Gegenteil schon am Tag der Veröffentlichung machten Reporter, die auch in dem Kibbutz wo das stattgefunden haben soll waren darauf aufmerksam dass es nicht stimmen kann.

00:07:52: Wie gesagt, dort gab es keine vierzig Babys.

00:07:55: Auch die anwesend Soldaten hätten nicht davon gesprochen.

00:07:58: Keinerlei Spuren.

00:07:59: später hat auch das israelische Armee das ganz offiziell dementiert und kann man natürlich sagen naja gut jetzt so eine Fake News Das macht noch lange kein Medienversagen.

00:08:08: aber mein Buch habe ich Dutzende von solchen Falschmeldungen zusammengetragen über angebliche palästinensche Kreueltaten über Hamas Kommandozentralen, Hamas Journalisten, Hammas Unwahrmitarbeiter und vieles mehr.

00:08:20: Und die fanden sich in den großen Leitmedien unseres Landes – mindestens genauso schlimm!

00:08:25: Sie wurden eigentlich bis heute nirgends richtig gestellt.

00:08:31: Um hier bei Jonathan Fraggs zu bleiben, lassen sie natürlich nicht immer Wahrheit oder Lüge so einfach auseinanderhalten.

00:08:40: Manches ist auch eine Frage der Perspektive.

00:08:43: Perspektivenvielfalt und Ausgebogenheit, das ist nicht einfach so ein Nice to have im Journalismus was man machen kann aber nicht muss sondern das ist wirklich festgeschrieben.

00:08:50: Im Medienstaatsvertrag, im Programmaufträgen, im Pressekodex in Journalismus Handbüchern Und ich habe mir mal angeschaut wie Medien diesen Anspruch gerecht geworden sind und dazu wollte ich unter anderem wissen welche Stimmen in Deutschlands renommiertesten Nachrichtenformat zu Wort kommen und welche nicht.

00:09:10: Spaß Das sind alle israelischen und palästinensischen Repräsentanten, die in fünfzehn Monaten in der Tagesschau zu Wort kamen.

00:09:20: Ihr kennt vielleicht schon an der Menge israelischer Fahren das es ein leichtes Übergewicht für die israelische Perspektive geben könnte.

00:09:27: um dieses über Gewicht nochmal deutlicher zu machen habe ich die israelischen Vertreter mal blau eingefärbt und die palästenensischen grün.

00:09:33: Hundertsechsunddreizig Israelis zu vier Palästenenser.

00:09:40: Das ist die perspektiven.

00:09:41: Vielfalt in der tagesschau Denn mit Abstand häufigste Gast war übrigens Benjamin Netanyahu, die von euch die nicht kennen.

00:09:50: Das ist einer vom Internationalen Strafgerichtshof gesuchter Kriegsverbrecher.

00:09:53: der war dort dreiundsechzigmal konnte da seine Statements abgeben und er allein bekam mehr Raum als alle Vertreter Palästinas Libanons Iran Syrians Jemens der Vereinten Nationen und humanitäre NGOs zusammen.

00:10:14: Ich habe mir noch viele andere Sachen angeschaut,

00:10:15: z.B.,

00:10:16: welche Experten werden in Tageszeitungen zitiert?

00:10:18: Der Eingangs erwähnte israelische Armee-Sprecher Shalika zum Beispiel war häufiger wurde häufiger zitiert als alle palästinensischen Repräsentanten zusammen in der Tageszeitung.

00:10:28: Auch Talkshows habe ich mir angeschauden.

00:10:31: da hab' ich das Ergebnis für euch mal kurz und plagativ in einem Meme festgehalten.

00:10:38: Im Buch ist es ein bisschen differenzierter Aber zumindest in den ersten und Wochen war das Bild im deutschen öffentlich-heichlichen Talkschuss tatsächlich so.

00:10:47: Es gab Sendungen, da haben durch alle Gäste inklusive dem Moderator oder der Moderatorin die offizielle israelische Perspektive vertreten.

00:10:57: So viel zur Ausgewogenheit... Bei Spider-Man ist es ja ähnlich wie im Journalismus auch.

00:11:04: With great power comes great responsibility, aus großer Kraft erwächst große Verantwortung und zu dieser Verantwortung gehört auch ein gewissenhafter Umgang mit den richtigen Worten der richtigen Sprache.

00:11:16: Er sprach als eines der wichtigsten Instrumente in dem journalistischen Handwerkskoffer.

00:11:21: allein die Entscheidung welche Begriffe man für bestimmte Sachen verwendet kann darüber entscheiden welchen Eindruck man beim Publikum Erweckt, sage ich jetzt Geflüchtete oder illegale Migranten.

00:11:32: Sage ich schreibe von Ehrenmord- oder Familientrama und umso wichtiger ist also professioneller und präziser Umgang mit Sprache.

00:11:41: Und in der Realität unserer Berichterstattung über Israel-Palestiner haben sich gänzlich unterschiedliche Begrifflichkeiten etabliert.

00:11:49: und welcher Wann angewendet wird das entscheidet sich nicht so sehr Anhand des Ereignisses, anhand der Tat, sondern vielmehr anhand dessen, wer der Täter ist.

00:11:58: Also konkret wenn Israel zu Gewalt greift, Angriffe fliegt dann den Medien häufig so eine euphemistische und kontextualisierende Sprache Evakuierung Schutzzone Begrenzte Bodenoperation präziser Spezialankriff.

00:12:12: Wenn Israel hingegen angegriffen wird, wählen Medien häufig eine dramatisierenden Sprache Beispiellos brutal barbarisch.

00:12:20: Manchmal gibt es diese doppelten Stande sogar in einer einzigen Überschrift, z.B.

00:12:26: dieser Spiegeschlagzeile vom XXV September-XIV.

00:12:30: hier mit Luftangriffe auf Hisbollahziele waren hunderte israelische Angriffe in den zwei Tagen zuvor gemeint die über fünfhundert Menschen des Lebenkostende, die meisten nach offiziellen libanischen Angaben Zivilisten.

00:12:43: Dutzend Wohngebäude wurden zerstört.

00:12:45: Es gab Angriffen auf Rettungskräfte und Krankenhäuser.

00:12:48: Mit Raketen-Terror auf Tel Aviv meinte der Spiegel hingegen eine einzelne Rakete der Hezbollah, die über unbewohnten Gebiet niederging und zum Glück niemanden verletzte.

00:13:00: Welche Begriffe Medien für Angriffe verwenden habe ich auch mal durchgezählt?

00:13:05: Und zwar anhand von schon besagten elftausend einhundertundzwanzig Beiträgen von Spiegelbild, Tagesschau, Tatts und Zeit.

00:13:16: Zum Beispiel.

00:13:16: die Verwendung des Begriffes Großankriff hängt nicht davon ab, wie man vielleicht denken könnte.

00:13:20: Wie groß ein Angriff ist?

00:13:22: Sondern vor allem hängt es davon ab wer ihn begeht als Großgelden-Angriffe in deutschen Leitmedien.

00:13:26: Vor allem dann wenn sie von der Hamas oder vom Iran begangen werden.

00:13:30: israelische Angriffen gelten in aller Regel nicht als Großangriff ganz egal wie groß Sie sind.

00:13:35: für israelischen Angriffe gibt's hingegen eine andere Bezeichnung Die deutsche Medien da vorhalten und das ist der Gegenangriff.

00:13:44: Der ist fast ausschließlich für israelische Angriffe reserviert.

00:13:47: Palestinian-Angriffe werden auch dann nicht als Gegenangriff bezeichnet, wenn sie wirklich ein unmittelbarer zeitlicher Abfolge zu einem vorangegangenen israelischen Angriff erfolgen.

00:13:56: Diese neunzehnten Treffer die hierfür die Hamas eingezeichnet sind, sind ausschliesslich Zitate.

00:14:01: also Die untersuchten Medien machten sich kein einziges Mal den Begriff gegenankriff zur Beschreibung palisthenischer Gewalttaten zu eigen.

00:14:09: Noch deutlicher ist es bei dem Begriff Massaker.

00:14:13: Der kam rund insgesamt dreitausend vierhundertmal vor in den untersuchten Medien.

00:14:20: Und die Mäden machten sich den ausschließlich zur Beschreibung des von Angriffen der Hamas zu eigen, die einhundertneunzig Treffer für Israel hier sind auch ausschliesslich Zitate.

00:14:34: Das heißt, die zahlreichen Massaker die Israel seit dem siebten Oktober begannen hat, wurden von Bild, Spiegel, Tagesschau, Tatz und Zeit kein einziges Mal als solches bezeichnet.

00:14:45: Und dasselbe Phänomen haben wir auch bei der Auswahl von Bildern.

00:14:48: Bei diesen besagten Angriffen auf den Liebern mit über fünfhundert Toten entschied sich die Tagesschauredaktion zum Beispiel für diese Bebilderung, Rauchberge, paar Häuser... Als zwei Wochen später bei einem Angriff der Hezbollah fünf Israelische Soldaten ums Leben kam, gab es gegen dieses Bild von weinten Angehörigen am Sarg.

00:15:09: Und das ist kein Einzelfall.

00:15:11: über israelische Opfer wird nicht nur viel häufiger berichtet als über Palästinensche zum Beispiel ungefähr sieben und dreißig mal so häufig übrigens gemessen an der Gesamtopferzahl also nicht doppelt so häufig oder zehnmal so häufig sondern siebenunddreißig Mal so häufig.

00:15:25: Sondern über israelische Opfer wird auch viel empathischer berichtet.

00:15:29: Es werden die Namen genannt, die Geschichten erzählt.

00:15:31: Man sieht die beiden Angehörigen zu getöteten Palästinensern oder Libanesen gibt es in der Regel leere Trümmerwüsten und anonyme Zahlen oft noch mit dem Zusatz im Fall vom Palästenensern, dass er sich um Hamas-Angaben handelt, die man nicht nachprüfen könne.

00:15:47: Die Hamas Angaben wurden übrigens mehrfach nachgeprüft glaubwürdig befunden durch verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen zum Beispiel.

00:16:01: Ausnahme von dieser Art der Berichterstattung, dass eben Palästinenser und Libanesen häufig nur als Statistik vorkommen sind Eigentlich nur Meldungen oder größtenteils Meldung über getötete sogenannte Terroristen.

00:16:15: Über die wird dann doch sehr umfangreich und auch personalisiert berichtet.

00:16:19: in der Zeit, also die Wochenzeitung, die Zeit kam beispielsweise auf eine Geschichte über eine zivile libanesische getöteter Einzelperson, fünfzehn Schlagzeilen über Getötete Hisbollah-Theoristen.

00:16:34: In der Bild gab es überhaupt nur eine einzige Schlagzeit.

00:16:37: überein von israelischer Gewalt betroffen ist Palästinensisches Einzelschicksal.

00:16:42: zum Vergleich allein über die Tötung von Hamaschev Sinwar gab es sechzehn Schlagzeilen.

00:16:48: Zum Beispiel sowas wie Truk, Sinwar-Wit war eine Luxushandtasche.

00:16:52: Die Überleitung von diesem Meme lautet... Ach ja!

00:16:56: Die beiden suchen möglicherweise nach der Quelle der Macht oder der Liebe und so geht's auch im Journalismus um gute Quellenarbeit, um Recherche.

00:17:05: Stellen wir uns einfach mal so ein typisches Nachrichtengeschäden der letzten zweieinhalb Jahre vor.

00:17:09: Ein Gase explodiert irgendwas und man weiß, es geht wie diesem Redakteur der Süddeutschen Zeitung hier.

00:17:16: Wir wissen nicht so genau was da eigentlich explodieren ist.

00:17:19: Defekte Gasleitungen Mähstaub-Explosion.

00:17:22: zum Zeitpunkt dieser Schlagzeile hat übrigens selbst die israelische Mäh schon bestätigt dass das eine israelischer Angriff war.

00:17:29: Also nehmen wir aber an wir wissen es wirklich nicht.

00:17:33: Anhand welcher Quellen könnte man rausfinden, was passiert ist.

00:17:37: Hat jemand von euch vielleicht eine Ahnung welche Quellen aus Gare zum Beispiel man dazu rate ziehen kann?

00:17:42: Ruf einfach mal irgendwas rein!

00:17:46: Sehr gut ja ich habe das schonmal versucht.

00:17:52: bei einem Vortrag da klang das so ähnlich streiche ich vielleicht beim nächsten Mal die publikums interaktion Ja sehr gut ja Super Ja, Satellitenaufnahmen auf jeden Fall.

00:18:14: Genau!

00:18:14: Noch viele Sachen mehr Augenzeugen und Reporter von der genannten NGOs durch überlebende Mitarbeiter von internationalen Organisationen gibt es jede Menge in GASA, UNNWA, Welternährungsprogramm, Weltgesundheitsorganisation, Reporter vor Ort.

00:18:29: Kurzgefasst jede Menge Quellen gibt's in Gaza, der man sich bedienen könnte.

00:18:36: Und da das Nachrichtengeschäden sich seit dem siebten Oktober auch vor allem in Gaza und im Libanon abspielt, könnte man eigentlich auch in der Berichterstattung erwarten, dass da eben auch viele palästinensche und libanesische Quellen vorkommen.

00:18:51: Wie die Realität der deutschen Ausberichterstatter ist und welche Quellen tatsächlich genutzt werden, das habe ich mir auch mal genauer angeschaut – und zwar anhand von viertausend achthundertdreifundfünfzig Nachrichtenschlagzeilen aus Spiegel, Tagesschau, Tatz und Zeit Und die habe ich in ihren jeweiligen Quellen zugeordnet.

00:19:08: Also wenn es da z.B.

00:19:09: Israel greift, Hamas Kommando Zentrale an und dann war die Quelle zum Beispiel israelische Armee.

00:19:13: Hamas spricht von Angriff auf Schulgebäude, dann waren es die Hamas oder offizielle Palästinensche Quellen, das hieß bei sich Baerbock, ruft alle Seiten zur Zurückhaltung auf, dann ist die Queller die deutsche Bundesregierung.

00:19:27: Ich habe hier, also jedes Kästchen ist quasi eine nachrichtliche Schlagzeile.

00:19:31: Insgesamt viertausend achthundertdreifünfzig werden.

00:19:33: einer von euch das jetzt genauer nachziehen würde.

00:19:36: Würde dir feststellen sind viertausend neunhundert weil es sonst ja auf der Grafik nicht aufgeht und ich hab mal farblich markiert auf welchen Quellen eben diese Schlagzahlen basieren.

00:19:47: und eigentlich für mich die Hauptquelle für jeden Journalisten sollten eigentlich die eigenen Kollegen vor Ort sein.

00:19:53: so ist es bei anderen Nachrichtthemen Eigentlich auch.

00:19:57: In der Realität sieht es so aus, palästinensische Reporter vor Ort schafften es insgesamt in sechs Schlagzeilen.

00:20:06: In dieser Zeit

00:20:06: z.B.,

00:20:07: die Schnitt am schlechtesten abbasierte keine einzige Schlagzeit auf den Angaben von palästenensischen Reportern vor Ort.

00:20:16: Hier habe ich noch... Helfer vor Ort dazu gerechnet, so was wie Ärzte, Rettungskräfte, Krankenhausmitarbeiter, Sanitäter kommt man insgesamt schon auf zehn von knapp fünf tausend Schlagzeilen.

00:20:28: Hier noch alle anderen nicht staatlichen oder offiziellen palästinensischen Quentsos die Augenzeugen überleben der NGO-Mitarbeiter.

00:20:35: da sind wir jetzt ungefähr bei fünfzig.

00:20:37: also so ein Prozent der Nachrichtenberichterstattungen.

00:20:40: hier noch alle offizielle palästenensischen Angaben Hamas Gesundheitsministerium, aber auch PLU-Palästinensche Autonomiebehörde.

00:20:48: Und das habe ich auch nochmal mir angeschaut für alle anderen Länder die von Israel angegriffen wurden.

00:20:53: also jetzt noch mal alle sämtliche Quellen aus Iran, Libanon, Syrien, Jemen.

00:20:59: Das sind so viele.

00:21:02: Jetzt sind wir schon bei den internationalen Organisationen.

00:21:05: wie gesagt gibt es jede Menge.

00:21:06: auch Internationaler Gerichtshof, UNWA, Otscha Wetternehmungsprogramm, Weltgesundheitsorganisation Eröffne ich jeden Tag jede Menge Berichte, haben da hunderte Mitarbeiter vor Ort.

00:21:19: Die machten so viele Schlagzeilen aus.

00:21:22: Kommen wir zu den Verbündeten von Israel.

00:21:24: das hier sind Schlagzeit die auf deutschen Angaben basieren.

00:21:27: Dunkel eingefärbt sind offizielle Angaben, hell sind aus nicht staatlichen Quellen.

00:21:33: also was es dunkel pink ist vor allem die Bundesregierung.

00:21:36: dasselbe nochmal für die USA.

00:21:38: und jetzt kommen wir zum Elefant im Raum.

00:21:41: Das sind die Schlagzeilen, die auf israelischen Quellen basierten.

00:21:45: Um das immer anders zu veranschaulichen, wenn wir hier wie ein Haufen machen mit allen Schlagzahlen, die aus allen palästinensischen, libanesischen, iranischen, jemenitischen und syrischem Quellen baseierten... Da oben drauf tun wir noch alle Schlagzeilen, die auf Angaben von allen internationalen Organisationen basierten.

00:22:04: und da oben drauf auch nochmal alle Schlagszeilen.

00:22:07: Die auf Angagen von allen humanitären NGOs basierten also Safety Children, Oxfam, Airzone-Kränzen, MST, Rideshorts und die hundert anderen, die es noch gibt.

00:22:16: Das ist ein Haufen!

00:22:17: Und auf den anderen Haufen tun wir nur die Schlagzahlen, die aus Angaben der Israels Armee und Regierung basieren.

00:22:24: Dann sind diese Haufen ungefähr doppelt so hoch wie dieser hier.

00:22:27: Und das, obwohl die Angaben von diesem Haufen in ganz vielen nachrichtlichen Ereignissen z.B.

00:22:32: israelischen Angriffen im Gaserstreifen oft identisch sind über einstimmendes Bild zeichnen, dass da eben zum Beispiel wirklich eine Schule getroffen wurde und nicht eine Hamas-Kommandozentrale.

00:22:42: Während die offiziellen israelische Quellen auf die einzigen sind, die eine ganz andere Geschichte erzählen.

00:22:47: und trotzdem entscheiden sich deutsche Nachrichtenreaktionen immer und immer wieder für diese Version der

00:22:54: Eregnisse.".

00:22:57: dass hier sie noch alle anderen sind, vor allem andere EU-Staaten.

00:23:01: Und diese Orientierung an offiziellen israelischen Angaben und am offizienisraelischen Narrativ ist teilweise sogar noch krasser wenn man sich nicht nur die Schlagzeilen anschaut sondern die ganzen Beiträge.

00:23:12: Das hier ist ein Tagesschaubeitrag über Israels Einmarsch in Libanon von Oktober.

00:23:18: Ich habe mich rot markiert, alle Passagen die auf offiziellen israelischen Angaben basieren.

00:23:23: Gelb markiert sind alle Passagien die auf libanesischen Angaben basieren und grün ist alles andere.

00:23:29: In dem Fall Agenturberichte um jetzt nicht immer nur die Tagesschaue zu kritisieren im Spiegel sieht so aus unter anderen Medien.

00:23:39: es ist oftmals ähnlich.

00:23:40: also das um fährt zu sein.

00:23:42: Das ist schon ein krasses Beispiel, aber fast alle Beiträge die ich mir angeschaut habe sind überwiegend rot.

00:23:52: Ja konkret bedeutet das letztlich dass häufig wenn man zum Beispiel Massakka hat eben nicht über das gut dokumentierte Massakke im Glasstreifen berichtet wird sondern dann nur das israelische Demantie in der Schlagzeilenschaft oder die israelische Pressemitteilung, dass man Ermittlungen einleiten wolle oder so was.

00:24:13: Oder statt über die gut dokumentierte Aushohungskampagne berichten Medien dann darüber das die israelische Armee bekannt gegeben hat nächste Woche möglicherweise wenn nichts dazwischen kommt mal wieder sechs Lkw-Ladungen in den Gasestreifen zu lassen außer wenn die Hamasti natürlich wieder plündert.

00:24:28: Statt über das wahre Ausmaß von Krieg, Vertreibung genutzt zu berichten, berichten Medien dann sehr häufig über die extra Ankündigungen von Netanyahu möglicherweise wieder bereit zur Waffenruheverhandlung zu sein.

00:24:43: Statt sorgsam recherchierten Journalismus zu einem der wichtigsten Nachrichtenthemen unserer Zeit haben wir leider oftmals einfach nur Copy und Paste aus dem Telegram-Kanal der israelischen Armee bekommen.

00:24:58: Mr.

00:24:58: Bin, hier spätestens in Strauchingeraten wird es wenn der Lehrer ihn aufruft um seinen Lösungsweg mal zu erklären geht auch im Journalismus nicht einfach los um die Wiedergabe von irgendwelchen Ereignissen sondern zum Journalismus gehört natürlich auch die notwendigen politischen juristischen historischen Hintergründe und Einordnungen zu liefern.

00:25:19: Im Journalismus gerade im Nachrichtenjournalismus gibt's dafür einen festen Platz und das ist der letzte Absatz von Berichten Gibt es ganz vielfältige Möglichkeiten, was man da schreiben kann?

00:25:28: Man kann was schreiben zur Illegalität der Besatzung zu den humanitären Folgen der Blockade des Gazastreifen.

00:25:34: Zur langen Geschichte von Vertreibung Gewalt entrechtungen in der Region zu, kann auch noch weiter zurückgehen über die Folgen von westlicher Politikkonditionalismus, Imperialismus und was so immer.

00:25:46: In deutschen Medien gibt's allerdings fast immer nur eine historische Bezugnahme, hat jemand von euch ne Ahnung, was die sein könnte?

00:25:56: Sehr gut.

00:25:58: Das ist so ein typischer letzter Absatz im Spiegel und das habe ich mir auch genauer angeschaut, wieder anhand von diesen elftausend einenhundertzwanzig Beiträgen.

00:26:10: Da sind übrigens alle Beiträge die ihr in Bildspiegel tageschaut hat und Zeit zum Thema Nahost im Zeittraum vom siebten Januar dreiundzwanziger bis neunzehnte vom sieben Oktober dreinzwanziges.

00:26:29: Aber ich habe mir mal angeschaut, was also in diesen Beiträgen welche Kontexte zur Verfügung gestellt werden.

00:26:39: Also zum Beispiel die seit sechzig Jahren andauende Besatzungen von West-Jordeland und Gaserstreifen kamen ungefähr ein von vierzehn Beiträger vor, die jetzt auch schon seit zwanzig Jahren andauernde Belagerung, Blockade des Gasestreifens in ungefähr einem von sechsundzwanzig Beiträgen.

00:26:59: Ja so Sachen wie Nackbar, Apartheid noch viel seltener.

00:27:03: Und der siebte Oktober, der kam in fast allen Beiträgend vor ist in neunzig Prozent ungefähr aller Beiträge und schlüpper noch.

00:27:11: nicht nur wird die Vorgeschichte des siebten Oktobers in der Regel nicht erwähnt sondern ganz häufig werden auch jene diffamiert dies sich wagen überhaupt darauf zu verweisen das natürlich auch der siebt oktober wie jedes Ereignis eine Vorgeschichte hat und die wird dann vorgeworfen, die Gewalt der Hamas zu rechtfertigen.

00:27:29: Die Botschaft, viele deutsche Leitmedien damit vermitteln ist nichts rechtfertigt den siebten Oktober.

00:27:38: aber der siebte Oktober, der rechtfertigst alles.

00:27:43: Und was für politische Hintergründe, juristische historische Hintergrund geht?

00:27:49: Das geht im größeren Rahmen für noch ganz viele andere Nachrichtenthemen.

00:27:54: Vieles von dem, was sich in den letzten zweieinhalb Jahren in Gaza abgespielt hat, schafft es einfach nie auf unsere Fernsehbildschirme und Zeitungseiten.

00:28:01: Ganz viele große Massakart heißt mit über hunderten Toten die waren vielleicht auf der fünften Seite in einer kleinen Agentur-Meldung mal erwähnt.

00:28:10: aber auch so Sachen wie die systematische Zerstörung der Lebensgrundlagen, der Landwirtschaft, Vertreibungen, Zerstörungen, Versiedlungen des Westjordanlands.

00:28:18: Aber auch so Sachen wie palästinensisches Alltagsleben kommt in unseren Medien so gut wie mich vor.

00:28:22: Und natürlich auch die palästenischer Widerstand in seinen ganz vielfältigen Formen, für denen es bestenfalls in unsere Medien sozusagen das Wort Theorismus gibt.

00:28:33: Deshalb sind meines Erachtens eigentlich das größte Problem Berichterstattungen, nicht die ganzen einseitigen und irreführenden Berichte sondern nicht die vielen guten facettenreichen gründlich recherchierten und hintergründigen Berichte, die aber nie erschienen sind.

00:28:52: So übrigens wie in dieser Hooddocumentary aus der das Meme stammt.

00:28:58: also wie es da nicht nur um Comedy geht, sondern auch im Gesellschaftskritik geht auch Journalismus um das rein handwerkliche hinaus.

00:29:06: er hat auch einen gesellschaftlichen Auftrag, nämlich Sachen wie die Wahrheit ans Licht bringen, Missstände offenlegen.

00:29:13: Demokratische Meinungsbildungen, politische Willensbildung ermöglichen, die Mächtigen kontrollieren.

00:29:18: und viele Journalisten inszenieren sich auch selber gerne als Garant der Demokratie, als vierte Macht im Staat Und ebenso tragen sie dann aber auch Verantwortung dafür.

00:29:26: wenn Sie diese Rolle nicht gerecht werden was dann passiert.

00:29:29: das konnten wir auch in den letzten zweieinhalb Jahren ganz häufig leider erleben, dann versagen Journalisten eben nicht nur einfach darin die Öffentlichkeit zu informieren.

00:29:38: Sondern sie tragen selber zu Dämonisierung und Entmenschlichung bei indem Sie zum Beispiel das Bild von Menschen als Babaren, als neue Nazis zeichnen gegen die jedes Mittelrecht sei oder sie markieren zivile Infrastruktur und absolut schützenswerte Orte als legitime Angriffsziele und tragen so zu deren Zerstörung bei Oder sie geben sogar ihre eigenen Kollegen Abschussfrei.

00:30:03: Übrigens von den ungefähr zweihundertzwanzig Journalisten, die laut dem Committee to Protect Journalist – das ist so eine Organisation, die sie zum Schutz von Journalisten einsetzt – die laut denen durch die israelische Armee in den letzten zweieinhalb Jahren getötet wurden hat kein einziger an Kampfhandlungen teilgenommen oder war Mitglied bei einer bewaffneten Miliz der einzige Grund, deren Angriff auf zu einem Person rechtfertigen würde.

00:30:27: Dasselbe geht für Gasas Krankenhäuser.

00:30:31: Israel hat jedes Einzige der thirty-fünf Krankenhäuser im Gasestreifen teilweise oder ganz zerstört.

00:30:38: In keinem einzigen Fall ließ sich.

00:30:42: gibt es glaubwürdige unabhängige Berichte, dass da irgendwo eine Hamas Kommandozentrale drunter gewesen sein soll.

00:30:49: Journalismus, der sich von Kriegsparteien vereinnahmen lässt wird im schlimmsten Fall eben selbst Teil vom Kriegspropaganda und Journalisten die ihrer Rolle als kritische Wächter von Politik und Macht nicht gerecht werden, die wären eben schnell zu deren Erfüllungsgehilfen.

00:31:11: Es kann natürlich niemand wissen wie viele Menschen noch am Leben sein könnten wenn Journalisten ihren Job vernünftig gemacht hätten.

00:31:20: vielleicht hätten wir bei der Bundestagswahl ein paar mehr Leute ihre Entscheidungen vom Standpunkt der Parteien zum Genozid in Gaza abhängig gemacht und nicht zum Standpunkt zu vermeintlich kriminellen Ausländer.

00:31:32: Vielleicht hätte die Bundesregierung ihre Waffenlieferung an Israel eingestellt, sich auf EU-Ebene für Sanktionen eingesetzt wenn Journalismus das wahre Ausmaß des Schrecken in Gaza oder anderen Teilen der Regionen sichtbar gemacht hätten?

00:31:44: Vielleicht wäre zumindest die bedingungslose Unterstützung Israel durch Deutschland so nicht möglich gewesen.

00:31:49: aber sicher ist auf jeden Fall Deutsche Leitmedien haben nicht einfach nur einseitig und irreführend oftmals schlicht falsch berichtet über den Genozid in Gaza, sondern sie haben selber eine tödliche Rolle in ihm gespielt.

00:32:02: Und ja mit diesen wenig baulichen Fazit noch mal zurück zu unserem journalistischen Geisterfahrer und unserer zweiten Frage der wir uns widmen wollten das dauert jetzt nicht ganz so lange und zwar wie konnte es eigentlich dazu kommen dass er falsch abgeboten ist?

00:32:17: Und einen ersten Anhaltspunkt.

00:32:18: das gibt auch schon dieses Meme wäre vielleicht jemand von euch schon aufgefallen, nämlich das ist ja gar kein Geisterfahrer.

00:32:26: Im Gegenteil der bleibt trotz seiner rabiaten Fahrweise eigentlich in einer Spur die das System für ihn vorgesehen hat.

00:32:34: und dieses System also nicht das Verkehrsleitsystem sondern unser Mediensystem ist auch das was wir uns genauer anschauen müssen um zu verstehen wie es zu all dem kommen konnte eben nicht nur um ein paar gewissenlose oder schlecht ausgebildete Medienschaffende, die den ganzen Schlamasse verursacht haben.

00:32:53: Also um die geht's auch.

00:32:54: aber es geht eben auch um mehr.

00:32:57: und es geht auch nicht nur über einzelne Medien sondern die geschilderten Probleme, die gelten für ganz unterschiedliche Medien in unterschiedlichem Maß für öffentlich-rechtliche genauso wie für private, für Boulevardmedien genau so wie für Qualitätsmedien wie den Spiegel für die rechte Bild rechte Bildzeitung genauso wie für die Linke Tat.

00:33:18: Diese Erklärungen für die Defizite, die Probleme in unserer Medienlandschaft sind ziemlich vielfältig und kompliziert so dass ich zur Veranschaulichung eine aufwendige und komplexe Illustration für euch erstellt habe.

00:33:34: Es war Spaß!

00:33:35: So einfach ist es dann doch nicht wobei es solche Vorgaben auf jeden Fall schon gibt.

00:33:42: Zum Beispiel gibt es so interne Leitfäden in manchen Redaktionen bei der Tagesschau oder bei der deutschen Welle, in der wirklich detailliert dargelegt wird welche Begriff und Einordnung wann verwenden soll.

00:33:53: Die gute Nachricht ist aber solche Vorgaben sind eher die Ausnahme, die schlechte Nachricht isst.

00:33:58: das macht die Sache leider überhaupt nicht besser sondern er noch komplizierter.

00:34:03: Jetzt alle strukturellen Probleme unseres Mediensystems zu erklären, dafür bräuchte es auf jeden Fall noch mehrere weitere Vorträge.

00:34:08: aber ich werde euch zumindest ein paar Anhaltspunkte geben um zu verstehen was in unseren Medienssystemen schiefläuft und die zeigen warum Journalismus guter machtkritischer Journalismus generell schwer hat.

00:34:23: Generell schwerhat aber im Zeitalter der Staatspräsong eigentlich noch schwerer hat.

00:34:30: Wir bleiben erstmal hier bei unserem Strichmännchen und dem einzelnen Journalisten, denn das Problem beginnt tatsächlich beim einzelnen journalisten.

00:34:37: Und der Frage was für Typen sitzen da eigentlich in den Redaktionen?

00:34:40: Und er lautet eine Antwort die Spiegel nicht unbedingt die Breite unserer Gesellschaft wieder sondern im vielen Redaktion sitzen halt vor allem so Typen wie ich weil es ohne Migrationshintergrund Mittealt akademisch gebildet.

00:34:55: Ich habe das auch mal nachgezählt.

00:34:56: In den Chefredaktionen der zehn größten deutschen Tagessitzseitungen sitzt keine einzige Person mit Migrationshintergrund, ja inklusive der stellvertretenden Chefredakteure und wir haben ungefähr dreißig Prozent Migrationshintergrund in Deutschland.

00:35:10: In großen Städten wo die großen Medienhäuser ihren Sitz haben ist es eher so fünfzig Prozent.

00:35:16: Ja und der Grund ist dass eben auch Gerade Leute mit muslimischen, arabischem Palestinian Hintergrund in Journalismus nach wie vor sehr schwer haben.

00:35:24: Die stehen sehr schnell unter Aktivismus und der Befangheitsverdacht.

00:35:29: Und diese fehlende Diversität ist nicht nur einfach so eine Frage von Moral- und Repräsentationen um Gerechtigkeit sondern eben auch von Kompetenzen und Qualität die dadurch verloren geht.

00:35:40: Ich habe das versucht zu illustrieren Und diese finde Diversität, das ist nicht nur eine kulturelle Frage sondern auch eine politische.

00:35:51: Auch in Politischer Hinsicht sind Journalisten nicht ein Abbild der Gesellschaft.

00:35:54: Helmut Schmidt hat über Politikjournalisten mal gesagt die gehören eher zur politischen Klasse als zum Journalismus.

00:36:01: und da ist auf jeden Fall Was daran.

00:36:04: gerade, wenn es um außenpolitische Themen geht, identifizieren sich auch viele Politikjournalisten sehr mit den Interessen ihres Landes und ihrer Regierung.

00:36:13: Und orientieren sie sich auch an dem politischen Diskurs, den politischen Eliten vorgeben.

00:36:19: Wenn das euch näher interessiert, schaut in mein Buch oder Google Indexing Theory von Lance Bennett.

00:36:24: Ein paar kluge Gedanken dazu gibt's bei Renate Dillmann.

00:36:29: Auch tolle Journalistin, Medienmacht und Meinung hat die geschrieben.

00:36:34: Genau da erfahrt er zu diesem Aspekt noch viel mehr, genau das mit der politischen Prägung von Journalisten habe ich auch mal hier versucht zu illustrieren.

00:36:44: Der einzelne Journalist ist natürlich nur ein kleiner Teil des Problems, der bewegt sich nicht im luftleeren Raum sondern ist abhängig von bestimmten redaktionellen Abläufen.

00:36:56: dazu können so fragen, wie werden Themen eigentlich in den Redaktionen gesetzt?

00:37:00: Woher bekommen Journalisten ihre Informationen.

00:37:02: Und da gibt es auch wichtige Faktoren die eher einen einförmigen unkritischen Journalismus begünstigen.

00:37:08: Ich nenne mal nur zwei Aspekte zur Frage woher bekommen die Journalisten Ihre Information.

00:37:13: Das eine ist vor allem von offiziellen Pressestellen vom Staat und großen Unternehmen.

00:37:17: Die machen Großteil der Nachrichten in Deutschland aus.

00:37:20: Sabine Schiffer tolle Kommunikationswissenschaftlerinnen hat dafür mal den schönen Begriff des Verlautbarungsjournalismus.

00:37:26: Sie hat schon vor dem siebten Oktober geschätzt, dass da das ungefähr sechzig Prozent aller Nachrichten in Deutschland auf Pressemitteilungen zurückgehen.

00:37:35: Und dieser Journalismus, der vor allem auf solchen Pressemitteilung basiert, der begünstigt eben auch die Mächtigen in einer Gesellschaft, bei die sich eine viel professionelle Pressearbeit leisten können.

00:37:47: Eine zweite Antwort auf die Frage woher bekommen Journalisten ihre Informationen ist noch viel einfacher und die Antwort lautet einfach dpa.

00:37:56: Agenturmeldungen machen in Deutschland ungefähr die Hälfte aller Nachrichten aus und DPA ist mit Abstand die größte Agentur.

00:38:03: In Deutschland beliefert nach eigenen Angaben, glaube ich, achtundneinzig Prozent aller Medien.

00:38:08: Und wenn man sich die DPA-Berichterstattung anschaut dann ist sie also zumindest zu Gaza habe ich es mir angeschaut oft nicht weniger irreführend und einseitig als die zum Beispiel von Springer was auch daran liegen kann dass der heutige DPA Chef-Hadakteur sein Handwerk bei damals noch zur Springer gehörenden Morgenpost gelernt hat, danach Politikscheft bei Springers Welt war.

00:38:32: Danach Chefvertreterin der Chefredakteur bei Springer's Bild war also einer der mächtigsten Medienmänner unseres Landes, der von Tats bis Fatz so ziemlich alle Medien beliefert ist ein Springermann.

00:38:47: Ja, und auch die redaktionellen Abläufe.

00:38:48: Die Redaktionen existieren nicht im luftleeren Raum sondern sind wiederum Teil eines größeren Mediensystems von Medienorganisationen.

00:38:58: Da können wir uns fragen was haben sie denn für Eigentümer?

00:39:00: Was für wirtschaftliche Interessen und wie begünstigen oder Nichtbegünstigen die guten Journalismus?

00:39:08: Und da gibt es auch mehrere besorgniserretende Trends in den letzten Jahren und Jahrzehnten, ich nenn mal zwei.

00:39:14: Das ist eine so krasse Konzentration auf dem Medienmarkt.

00:39:17: also einfach gesagt es gibt immer weniger Zeitungen.

00:39:20: heute gibt's ungefähr noch drei Hundertzwanzig Tageszeitung in Deutschland.

00:39:24: hat jemand von euch ne Idee wie viele es vor hundert Jahren noch gab?

00:39:30: Ruf mal irgendwas rein.

00:39:31: Sieht man so viel?

00:39:32: Ja.

00:39:32: Viertausendfünfhundert waren das ungefähr.

00:39:37: Also es werden immer weniger Hinzu kommt, diese wenigen sind immer häufiger in der Hand von noch weniger großen Medienkonzernen.

00:39:46: Also es gibt eine krasse Kommerzialisierung auch auf dem Zeitungsmarkt.

00:39:50: also über die Hälfte der Tageszeitung in Deutschland ist in der hand von fünf großen Konzernen Springer Funke Mazzak Mediengruppe IPIN und Südwest Holding.

00:40:01: was das konkret bedeutet haben wir ein bisschen zeit?

00:40:03: ja will ich euch mal an Beispiel meiner schönen Heimat Thüringen verdeutlichen, dort ist der ganze Zeitungsmarkt eigentlich aufgeteilt.

00:40:11: Auf drei Zeitungen gibt die Thüringer Allgemeine, die Thuringer Landeszeitung und die Ost-Thüringer Zeitung.

00:40:17: Und da kann man sagen immerhin mindestens drei.

00:40:20: wenn mir die Berichterstattung der TA nicht passt dann greife ich halt zu einer anderen.

00:40:23: das Problem ist es wirklich in allen drei Zeitung komplett dasselbe drin steht wenn's um die überregionale Berichtestattung geht.

00:40:29: also Wort für Wort was daran liegt dass alle drei Zeitungen in der Hand der Funke Mediengruppe sind und kein Wort, wenn es zum Beispiel um Israel-Palestina geht.

00:40:41: In Erfurt Weimar oder Gerhard geschrieben wurde sondern in Berlin Mitte in der Funken Zentralredaktion und liegt übrigens eine unmittelbare Nähe von DPA und Springer.

00:40:52: und das meine ich nicht nur räumlich denn auch der Funkeschef war früher Mitglied der Bildschefredaktionen.

00:41:02: Das Problem bei so großen Medienkonzernen ist außerdem, das sind halt keine klassischen Presseverlage die irgendwie mit guten Journalismus und Abo- und Kiosk verkäufen ihr Geld verdienen.

00:41:11: Sondern das sind große Konzerne für dies in Journalismus vor allem ein Investment unter einen Investment unter vielen.

00:41:18: Die haben dann noch ihre Dating Apps und ihre Jobplattformen.

00:41:21: Springer verdient noch mit dem völkerrechtswidrigen Siedlungsbau der Westbank bisschen mit Und so investigative Recherchen macht kritischer Journalismus Der ist für die eigentlich ein Geschäftsrisiko, weil sie sich dann mit den politischen und wirtschaftlichen Eliten anlegen müssten von denen Sie eigentlich abhängig sind.

00:41:37: Und deshalb findet man bei denen auch so selten.

00:41:40: Apropos Politik und Unternehmen, Werbekunden

00:41:45: usw.,

00:41:47: das hier noch eine weitere Ebene, die üben nämlich ganz konkret und immer stärker Einfluss auf das Mediensystem aus.

00:41:58: Nach dem siebten Oktober, auch ein beispielloses Maß an Repressionen.

00:42:02: An die Vermierungen und Einschüchterung erlebt mit dem von den Journalisten genauso betroffen sind wie der Rest der Gesellschaft also auch im Kulturbetrieb in der Wissenschaft auf der Straße durch Polizeigewalt haben wir das erlebt dass kritische Stimmen immer häufiger zum Schweigen gebracht werden und das schlägt sich auch im Journalismus nie.

00:42:21: der Reporter ohne Grenzen hat letztes Jahr dann guten Bericht dazu herausgebracht wo viele Journalisten Ganz ehrlich von dem Klima der Angst in ihren Redaktionen gesprochen haben.

00:42:30: Angst vor Jobverlust, vor Shitstorms, vor der Bildzeitung, vor Israel's Botschaft, vor israeles Armee-Sprecher, den wir vorhin hatten.

00:42:38: Da gibt es, sagen jeder Journalist, der zu diesem Thema arbeitet kann da seine eigenen Geschichten erzählen.

00:42:45: Ich könnte euch auch ganz viele erzählen.

00:42:46: ich will euch zumindest weil wir jetzt nicht so viel Zeit haben für ganz viele Geschichten zumindest mal eine ein O-Ton wiedergeben und zwar von der AD-Korrespondentin Hannah Rech, die das Klima in dem sie seit dem siebten Oktober arbeitet einmal so beschrieben hat.

00:43:06: Meine palästinensischen Quellen wurden stetig in Frage gestellt.

00:43:09: bei israelischem Quellen kamen das viel seltener vor.

00:43:12: Über Formulierung habe ich immer streiten müssen und nicht immer habe ich gewonnen.

00:43:16: Dazu kommen die Angst vor Shitstorms, vor pro-israelischen Lobbyorganisationen sowie der israelischen Botschaft.

00:43:22: Dies kann zu einem Reflex führen Themen, die vom gängigen Narrativabweichen gleich ganz sein zu lassen.

00:43:27: Das ist keine Zensur, die irgendwer da oben angeordnet hat das ist Angst, die zur Selbstzensur führt.

00:43:34: Und Hannah Rech ist mit dem großen Arbeitgeber im Rücken der auch zum Glück zu ihr steht noch vergleichsweise gut geschützt.

00:43:42: Leute am Rand des etablierten Mediensystems oder außerhalb des etablierten Mediensystem, die trifft häufiger noch viel Härte auch bei diese gut wie keine Solidarisierung erfahren.

00:43:52: Vielleicht der krasseste Fall in den letzten Wochen und Monaten ist der von dem deutschen Journalisten Hüseyndoho wegen vermeintlicher Russland-Verbindung aber auch ganz explizit wegen seiner Palästinerberichterstattung auf einer Sanktionsliste der EU gelandet ist und von einem Tag auf den anderen nicht mehr auf seine Konten zugreifen konnte, keine Krankenhaus- und Krankenkasseleistungen in Anspruch nehmen konnte.

00:44:17: Nicht mehr arbeiten und reisen durfte und das ohne irgendein Gerichtshorteil und ohne dass ihm in Deutschland als deutscher Staatsbürger, als deutsches Journalist der Rechtsweg dagegen offen steht.

00:44:26: Und es gibt noch viele andere Beispiele die zeigen, dass eben auch der deutsche Staat leider die EU zunehmend zu einer Bedrohung für Pressevielfalt in Deutschland werden mit der Folge, dass eben die wenigen kritischen Stimmen, die wir noch haben auch zunehmend verstummen.

00:44:43: Die letzte Ebene noch kurz das ist... ...die gesellschaftliche Journalismus ist eben auch ein Teil unserer Gesellschaft mit ihren ganzen kulturellen Eigenheiten, Mitrasismus und nationalen Erzählungen, die sich eben auch in der Berichterstattung niederschlagen.

00:44:57: Dazu zählt zum Beispiel das besondere Verhältnis zu Israel, das eben auch viele Medienschaffende prägt und dem die sich verpflichtet nicht weniger Identitätsstiften für die deutsche oder generell für die europäische Kultur ist und die Abgrenzung von Islam, anti-muslimischer Rassismus der auch nach dem siebten Oktober in Relektionen massiv zugenommen hat.

00:45:17: Ich würde sagen dieses grenzenlose Vertrauen dass viele Journalisten den offiziellen Angaben und Erzählungen Israeus entgegenbringen einerseits und auf der anderen Seite diese grenzenloses Skepsis gegenüber Palestinian Information hat eben auch was damit zu tun das viele Journalisten, dass nicht mit ihrem Weltbild und seinem Selbstbild vereinen können vom zivilisierten demokratischen Westen der einer rückständigen islamischen Welt gegenüber steht.

00:45:43: Und dieser Glaube, dass wir das Israel der Westen irgendwie in dieser Geschichte die Guten sind, der ist oftmals möglicherweise stärker als alle

00:45:51: Fakten.".

00:45:53: Das Gute an Journalisten wiederum ist auch, man muss darüber eigentlich gar nicht mutmaßen.

00:45:57: Weil die erzählen einem das häufig ganz frei raus in Kommentaren und Leitartikeln wo sie im Einblick geben in ihr Weltbild.

00:46:04: Nicht alle machen das so unverblümt und freimütig wie der Vorsitzende des größten deutschen Zeitungsverlages Und ehemalige Vorsitzenden vom größten deutschen Zeitungslegerverbandes.

00:46:17: Die Rede ist von Matthias Döpfner, der mal in einer internen E-Mail folgendes bekannte Die Rechtschreibfehler sind übrigens alle im Original, die sind nicht von mir.

00:46:30: Zu sehen ist er hier übrigens mit Israels Präsidenten Isaac Herzog der eben die höchste Auszeichnung Israel verleihte.

00:46:42: und ja vier Medienschaften.

00:46:43: in Deutschland muss halt niemand eine pro-israelische Berichterstattung vorgeben sondern sie tun das aus voller Überzeugung von ganz allein.

00:46:53: Ja, all diese Aspekte und auch noch einige mehr.

00:46:55: Die muss man sich glaube ich anschauen um zu verstehen warum Journalismus so ist wie er ist?

00:47:01: Warum Medien so berichten wie sie es eben tun?

00:47:04: Wichtig ist aber auch festzuhalten.

00:47:06: All das hat unsere Medien nicht zu einem Staatsfunk gemacht, aber zu einem Staatsresonfunk.

00:47:11: ein Stück weit vielleicht schon.

00:47:13: Aber mit Sicherheit zu einem Ort an dem es guter machtkritischer Journalismus leider sehr schwer hat.

00:47:21: Ich guck noch mal auf die Zeit.

00:47:22: Okay, dann sind wir gleich fertig.

00:47:24: Kommen wir nochmal zu unserem verrückten Autofahrer und der letzten Frage – was können wir jetzt dagegen tun um ihn wieder zurück in die Spur zu bringen?

00:47:35: Und die Lösung ist zum Glück ganz einfach!

00:47:38: Wir schreiben eine Beschwerde an den Rundfunkrat und er spricht dann eine Rüge aus und schon werden sich alle Bogen kletten.

00:47:46: Das war ein Witz.

00:47:48: Ich habe mir das auch einmal in meinem Buch genauer angeschaut.

00:47:51: diese angeblichen journalistischen Kontrollgremien wie Rundfunkräte, Landesmedienanstaltungen und Presserad kontrollieren eigentlich so ziemlich gar nichts.

00:47:58: Im Gegenteil viele der schlimmsten Irreführung in den letzten Jahren haben auch den offiziellen Segen des Presserads bekommen zum Beispiel diese Geschichte von den vierzig enthaupteten Babys.

00:48:07: daran hatte der Presserat auch nicht auszusetzen.

00:48:11: Letztlich gibt es eigentlich nur ein potenziell wirklich mächtiges und wirksames Kontrollcremium in Deutschland.

00:48:19: Und das sind wir, die kritische Öffentlichkeit.

00:48:22: Deshalb endet mein Vortrag mit drei Appellen an euch!

00:48:29: Der erste ist, kritisiert bitte schlechte Berichterstattung wenn sie euch auffällt.

00:48:33: Er schreibt wütende Kommentare, schreibt den Redaktion geht zur Veranstaltung macht eure eigenen Veranstaltungen auch so.

00:48:40: eine Beschwerde an rundfunkrat kann jetzt nichts Schaden.

00:48:43: auf jeden Fall sprecht mit bekannten Nachbarn Arbeitskollegen Auch wenn ihr selber schon lange meint ich schau keine Tagesschau aber eurer Arbeitskollegen verwandten die vielleicht schon.

00:48:55: Außerdem bezahlt ihr auch alle dafür, ob er wollte oder nicht?

00:48:57: Also ihr steckt da selber mit in der Nummer drin!

00:49:00: Die zweite Sache, die ihr machen könnt ist Unterstützgutenjournalismus.

00:49:04: Denn noch eine Sache haben wir in meiner ganzen Untersuchung gezeigt, den gibt es tatsächlich auch in Deutschland.

00:49:10: also guten Journalismus.

00:49:11: Den gibt's manchmal auch in etablierten Medien durch einzelne hartnäckig arbeitende engagierte Redakteure und Redakteuren, die oft gegen große Widerstände in ihren Redaktionen dann doch immer wieder gute Recherche durchbringen.

00:49:23: Die müssen dann manchmal warten bis der Ressortleiter gerade über Stunden abbummelt weil der stellvertretender Ressortleiter da ein bisschen offener ist oder sie wenden, wenden sich ans Nachbarressort.

00:49:34: Sehr häufig gibt es diesen guten Journalismus aber auch außerhalb unseres etablierten Mediensystems durch Leute die häufig einen Bruchteil der Ressourcen haben, aber vielfaches der Prinzipentreue und Leidenschaft von ihren renommierten Kollegen.

00:49:50: ich habe hier mal ein paar aufgeführt.

00:49:53: Ich wollte eigentlich die ganze Grafik nur mit deutschen guten Medienformaten machen, aber wir sind nicht genügend eingefallen.

00:49:58: das habe ich die Lücken mit ein paar internationalen gefüllt.

00:50:02: also das sind alles welche die finde ich unterstützenswert sind.

00:50:07: Und der dritte Punkt ist engagiert euch politisch, zum Beispiel hier beim Palästina-Kreis Eberswalde oder sonst irgendwo.

00:50:14: Denn Journalismus ist letztlich auch einfach ein Abbild der Gesellschaft.

00:50:18: und wie schon gesagt selten geht Journalismus über den offiziellen von der Politik abgesteckten Rahmen hinaus.

00:50:24: Und dieser Rahmen ist eben in Deutschland immer enger geworden.

00:50:31: Erst dann wieder wirklich freier und machtkritischeren, diverser Journalismus erleben.

00:50:36: Wenn sich auch insgesamt der politische gesellschaftliche Diskurs widerweitet und sich wieder stärker an Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit aller Menschen orientiert.

00:50:47: Deshalb seid kritisch, seid solidarisch, seit engagiert für guten Journalismus, für Frieden und Gerechtigkeiten zwischen Jordan- und Mittemehr und im Rest der Welt am besten auch gleich mit.

00:50:58: Vielen Dank!

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